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Gerhana Matahari Total - Totale Sonnenfinsternis in Indonesien

Die Totale Sonnenfinsternis am 9. März 2016 in Indonesien - Erlebnisbericht

 

Freitag, 4. März 2016 und Samstag, 5. März 2016

Nach den beiden Eclipse-Beobachtungen aus Flugzeugen heraus in den Jahren 2013 und 2015 habe ich mich für die Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis am 09. März 2016 wieder für einen Standort an Land entschieden. Doch um diesen zu erreichen geht es erst einmal wieder in die Luft.

Der Freitag 04. März 2016 beginnt mit einer sonnigen Begrüßung um den Gefrierpunkt, bis nach und nach Cirren den Himmel über Dreieich-Götzenhain verdichten, die Sonne gegen Mittag verschwindet und am Nachmittag Regen einsetzt.

Der Gefrierpunkt in Dreieich-Götzenhain ist erreicht

Die Sonne verschwindet hinter Cirren

In der Zwischenzeit  sind die letzten Vorbereitungen getroffen und mein Koffer gepackt. Stolze 29 kg bringt mein straff gefüllter Hartschalenkoffer auf die Waage, das ist auch noch tragbar. Nunja, es soll diesmal ja auch mehr Equipment zum Einsatz kommen als bisher. Dazu mehr am 09. März, wenn es darum geht das alles in der Morgendämmerung auf der indonesischen Insel Belitung aufzubauen.

Die totale Sonnenfinsternis am 09. März 2016 ist ein kleines Jubiläum für mich, denn meine erste Sonnen-Totaliät habe ich 18 Jahre und 11 1/3 Tage vorher auf der Insel Guadeloupe erlebt. Nach diesem Zeitraum stehen Sonne, Mond und Erde in beinahe derselben Konstellation zueinander - der sogenannte Saros-Zyklus. Wegen des Drittel Tages findet die Sonnenfinsternis jedoch eine Drittel Erddrehung versetzt statt. Statt der Karibik wird diesmal Indonesien im Kernschatten des Mondes liegen.

Nach Einbruch der Dunkelheit noch das Abendessen zu Hause, und dann zum Flughafen. So leer habe ich den Frankfurter Flughafen selten erlebt. Die neue Checkinprozedur bei Lufthansa ist leider nicht ganz selbsterklärend was die Scanner angeht. Und mein Hinweis, dass ein Automat nicht funktioniert hat das wenige noch vorhandene Personal auch nicht sonderlich interessiert.

Dafür der Weg zum Gate und schließlich das Flugzeug nur vom Feinsten. Ein nagelneuer Riesenflieger A380-800, und zum ersten Mal gönne ich mir die Business Class, nach den Erfahrungen des anstrengenden Flugs 2012 von Melbourne nach Frankfurt.

 

Lufthansa Airbus A380-800 am Gate in Frankfurt

Nur wenige Schritte und ich bin an meinem Platz, verstaue meine Kamera und einige Objektive in der Seitenklappe neben dem Sitz und schreibe auf dem Tablet dieses Update in meinem Bericht. Regentropfen haben sich auf die Fenster gelegt. Die sind ca. 20cm von einer Innenscheibe entfernt, was Weitwinkelaufnahmen wohl ausschließt.

Nach dem Start in die Dunkelheit ist erst einmal Nachtschlaf angesagt und durch die zwischenzeitlich von einer Stewardess heruntergelassenen Fensterabdeckungen ist dann irgendwann mal zu sehen, dass draußen schon die Sonne scheint. Die biologische Uhr tickt aber noch nach MEZ. Die lässt mich dann auch irgendwann wacher werden und es sind nur noch ca. 1 1/2 Stunden bis nach Singapur. Noch eine kurze Beschäftigung mit einem ESA Astronautenfilm, aber bald geht es in den Anflug und hohe Gewittertürme bilden eine weitläufige Blumenkohllandschaft, die, da live, interessanter ist als der Film.

 

Tropische Gewitterwolken

Kurz vor der Landung wird sichtbar wieviele Schiffe sich auf dem Meer tummeln. So viele auf einmal habe ich noch nicht gesehen, nicht einmal der Stau vor dem Panamakanal 2005 kommt da mit. Es wimmelt nur so!

 

Schiffe auf dem Meer vor Singapur

In Singapur fällt mir erst einmal auf dass der Flughafen Teppichboden hat - das muss ja sehr pflegeaufwändig sein. Wie auch immer, ich suche den Anschlussflug und finde ihn schließlich auch. Statt eines A380 steht nun eine Boeing 777 von Singapore Airlines bereit für den Weiterflug nach Jakarta, der Hauptstadt von Indonesien.

Der Start findet etwa zu Sonnenuntergang statt. Blaugrau beschattete Gewitterwolken verteilen sich unter dem äquatorialen Dämmerungshimmel. Den Äquator haben wir zur Dämmerungszeit überflogen, schließlich eine Landung in der Dunkelheit in Jakarta. Auf dem Meer zahlreiche helle Lichter, wie venushelle Sterne unter mir, ein außerirdisches Bild! Wahrscheinlich sind es Fischerboote, doch warum die so viel Licht haben ist mir nicht klar - schön sieht es aus der großen Höhe aber aus.

 

Wolken in der Dämmerung am Äquator

Nach der Landung in Jakarta geht alles weiter problemlos. Mein Koffer ist schnell da, und ohne Wartezeit durch den Scanner am Zoll und schon stehe ich vor dem Terminal und die feuchtwarme tropische Luft ist spürbar. Ich nehme eines der vielen Taxis zum Sheraton Hotel. Dort werde ich beim Einchecken sehr freundlich empfangen - der Hotelangestellte kommt aus Belitung, und freut sich, dass ich vorhabe seine Heimatinsel zu besuchen. Er wird arbeiten aber seine Familie wird im Mondschatten sein.

Später ein erstes kurzes Treffen über die weitere Logistik mit Jörg Schoppmeyer, der bereits einen Tag vorher eingetroffen ist und morgen einen Flug vor mir nach Belitung weiterreist. Nun geht es wieder aufs Zimmer, für einen Update dieses Berichts um dann die Aktivitäten des Tages zu beenden.

 

Sonntag, 6. März 2016

Nach einer kurzen Nacht wache ich bereits ein paar Minuten vor meinem „Wake-Up Call“ um 06:30 auf. Die Sonne erhebt sich gerade am Horizont über dem Sheraton Bandara Hotel in Jakarta.

Sonnenaufgang in Jakarta

Dann ein Frühstück mit Organgensaft, frischen tropischen Früchten und doch gewohntem Toast. Am Sonntagmorgen ist nicht viel los, und ich mache mich auf den weiteren Weg in Richtung Sonnenfinsternis. Check-Out und Fahrt mit dem Hotelshuttle zum nahe gelegenen Flughafen. Ich habe noch eine viertel Stunde übrig, gerade genug Zeit für e-mail Grüße an meine Liebste zu Hause und einen „Guten Morgen Gruß“ von „eclipseland“ auf Facebook bzw. Twitter. Gerade ist die letzte Taste gedrückt, da werde ich in das Shuttle gebeten und es geht weiter.

Am Flughafen ist mein Übergepäck bei Garuda nur eine kleine Formalität und mein Koffer schnell eingecheckt. Es ist noch Zeit beim Warten am Gate um diese Zeilen zu schreiben. Der Flug geht über sommerliche Wolkenfelder Richtung Norden und ist nach weniger als einer Stunde schon vorbei. Die kleine Bombardier Maschine hat große Fenster, ideal zum Fotografieren – Weitwinkelaufnahmen sind hier kein Problem.

Flughafen von Jakarta

Anflug auf Belitung

Auf dem kleinen beschaulichen Flughafen im Urwald angekommen geht es gemütlich aber nicht langsam zu. Aus dem offensichtlich einzigen betriebsbereiten Flugzeug werden Koffer ausgeladen während wir Passagiere aussteigen, zum Flughafengebäude gehen und auch Fotos machen.

Ankunft in Panjung Pandan auf Belitung

Die Koffer sind dann ein paar Minuten später auf dem Band. Wenige Meter entfernt ist er Ausgang und ich sehe schon einen Fahrer vom Hotel mit meinem Namen auf einem Schild der mich abholt und zum Hotel bringt. Linksverkehr! Der Ort Panjung Pandan zeigt sich als bunte Mischung teils modern – teils verfallen, teils westlich, teils islamisch, insgesamt wirken die Leute freundlich und friedlich. Auf einem zentralen Platz und an einer Moschee entdecke ich große Hinweisschilder auf die bevorstehende totale Sonnenfinsternis. Die Fahrt lässt sie an mir vorbeiziehen, das Wort „Matahari“ fällt mir dabei auf. Schließlich am Hotel, einem mehrstöckigen Hochhaus – so wie es aussieht das größte Haus am Ort gleich hinter der Auffahrt zwei große Schilder mit Hinweis auf das Himmelsereignis.

Nach dem Einchecken packe ich erst einmal meine Kleidung aus dem Koffer in den Schrank, damit nur noch die Beobachtungsinstrumente im Koffer sind. Das Zimmer hat einen Balkon in Südrichtung, für den Sonnenuntergang muss ich wohl auf die Terrasse im Erdgeschoss gehen.

Das hauseigene WLAN ist derart langsam, dass nicht einmal das Content Management System vollständig geladen wird, sodass ich meinen Bericht erst einmal offline als Worddokument weiter erstelle. Online gelingt es mir lediglich einen Tippfehler in einem Facebookpost zu ändern, alles andere bricht immer vorher ab, und e-mails kommen auch keine durch.

Jörg Schoppmeyer ruft an und wir treffen uns in der Lobby. Dort spreche ich das langsame Internet an der Rezeption an. Nach Recherchen des Hotel-IT-Spezialisten gibt es Probleme mit der Satellitenleitung des Providers. Aber kaum drüber gesprochen ist es schon wieder akzeptabel schnell und mein Update kann ich online stellen.

Die Sonne strahlt vom tropischen Himmel. In der schattigen Lobby lässt es sich gut aushalten. Ein paar Schritte um das Gebäude herum fotografiere ich die Sonnenfinsternisplakate und das Gebäude mit Sonne mit meinem neuen 10-20mm Weitwinkelobjektiv.

BW Suite Belitung

 

Ankündigung der Sonnenfinsternis "Gerhana Matahari Total"

Sonnenblick von der BW Suite Belitung

Die Sonne sinkt nach und nach senkrecht in Richtung Horizont. Wir setzen uns nach draußen. Der Sonnenuntergang findet hinter einer am Horizont aufziehenden Wolkenfront statt. Es ist Ebbe und, was ich nicht wusste, hier gibt es ein indonesisches Wattenmeer. Wenig später ist es so dunkel, dass Orion im Zenit sichtbar wird, sowie die hellen Sterne Sirius und Canopus.

Die Sonne geht hinter aufziehenden Wolken über einem indonesischen Wattenmeer unter

Orion im Zenit, weiter unten Sirius, beide neben dem strahlenden Hotelgebäude

Und nach dem Abendessen gab es dann noch ein paar "Ufos" im Orion zu sehen, allerdings nur auf meinem Bild wegen der sehr hellen Lampe am Hotelgebäude.

"Ufos" aus dem Orion im "Anflug" auf das Hotel

Nachts dann ein echter Blick auf Alpha Centauri vom Hotelzimmerbalkon aus. Doch in dieses Bild hat sich ein echtes Ufo eingeschlichen, zumindest solange bis nicht identifiziert werden kann, wie die ungewöhnliche Spur in der Mitte des Bildes zustande kam. Eine Lichtbrechung kann ich mir wegen des irregulären Verlaufs schlecht vorstellen, deshalb ebenso wenig ein Flugzeug. Das Objekt selbst habe ich nicht wahrgenommen, es muss sich aber periodisch gedreht oder geblinkt, ggf. Licht von der Stadt reflektiert haben. Ich denke es könnte vielleicht eine Drohne gewesen sein.

Alpha Centauri über Tanjung Pandan mit Ufo-Flugspur

 

Montag, 7. März 2016

Nach einer dritten nur teilweise mit Schlaf gesegneten Nacht verpenne ich schließlich den Sonnenaufgang. Als ich kurz nach 7 Uhr wach werde ist es draußen schon hell und Jörg hat schon ein paar Bilder von den Wolken gepostet, die sich über der Insel, besonders im Norden bereit gemacht haben. Das Sonnenlicht fällt zwar hin und wieder durch Wolkenschichten höherer Wolken hindurch, doch alles in allem wäre dieses Wetter 2 Tage später könnte die Sonnenfinsternisbeobachtung nicht als Erfolg bezeichnet werden. Animiert durch seine Aufnahmen mache ich einige Bilder von der gleichen Stelle im 11. Stock durch ein schräg gestelltes Fenster.

Dann gibt es aber ein ausführliches Frühstück mit Jörg und Nicole, in der gleichen Qualität wie in Jakarta. Frische kleine Ananas und so eine Mini-Banane sind einfach lecker.

Alle nochmal kurz auf die Zimmer und dann wieder an der Rezeption getroffen: Unser Auto ist da. Bei der Übergabe stellt sich aber heraus, dass wir nicht nur das Auto sondern auch einen Fahrer gemietet haben. Das ist natürlich gut, wenn es mal Gesprächsbedarf mit Einheimischen geben sollte, die kein Englisch sprechen. Nun spricht unser Fahrer auch nur eingeschränkt Englisch, aber es reicht für das Wichtigste. Und wie gut dass ich noch zu Hause eine Offline Karte von Belitung auf mein Tablet heruntergeladen habe. Hiermit lässt sich gut navigieren, denn dank GPS wird der Standort auf der Karte angezeigt, auch wenn es kein mobiles Internet gibt.

Wir fahren nach Norden Richtung Nordküste der Insel, auf der Suche nach guten Beobachtungsplätzen für die Sonnenfinsternis, d.h. mit freiem Blick, möglichst über Meer in Richtung Osten. Mit Hilfe von Google Maps habe ich mich bereits zu Hause informiert und kann mich daher gut orientieren. Wir fahren zuerst „Tanjung Kelayang“ an, auch wenn sich für diesen Ort der Präsident von Indonesien angekündigt hat, und somit eine Beobachtung dort wohl auszuschließen ist. Wir fahren doch hin, denn die Pläne des Präsidenten könnten sich ja auch ändern. Wir wollen für möglichst viele Fälle vorbereitet sein.

Bereits die Zufahrtsstraße dorthin ist mit zahlreichen an grünen Bambusstöcken befestigten Fahnen geschmückt. Schließlich kommen wir an einen großen Platz mit Blick auf den Strand und das Meer mit einer großen nach 3 Seiten hin offenen Halle und einer kreisrunden Fläche, die gerade frisch mit Blumenmustern bemalt wird. Schwungvolle Popmusik ertönt aus Lautsprechern. Der Schriftzug „Welcome to Belitong“ (nicht „Belitung“) prangt über dem Strand. Wir gehen teils getrennt, teils gemeinsam umher. Ich entdecke einen Turm dessen metallene Treppe bereits teilweise zerfallen ist. Den „Stairway to Heaven“ braucht man ja nicht mehr, wenn die Eclipse zu uns herunterscheint…

"Stairway to Heaven... waiting for total solar eclipse"

Jörg zeigt mir eine Drohne die in der Luft schwebt. Luftüberwachung, oder Üben für die Eclipse? Eclipseaufnahmen mit einer Drohne haben, glaube ich, nicht viel Sinn, weil die Drohne ihre Besonderheit darin hat von oben nach unten zu sehen, die Sonnenfinsternisbeobachtung aber einen Blick von unten nach oben erfordert.

 

Eventplatz für die Sonnenfinsternis - hier reicht das Angebot vom Eclipse-Markt bis zum Drohnenflug

Eine Art Eclipsemarkt bietet einige Läden mit meist nicht eclipse-relevanten Angeboten. Bis auf die T-Shirts, aber das sind welche wie die, auf die mich Jörg gestern aufmerksam gemacht hat, und die mir in dem Laden im Hotel nicht gefallen haben. An einem anderen Stand etwas abseits, dort wo das Auto geparkt war, fand ich dann ein schönes „Belitong Gerhana Matahari“ Shirt mit dem Logo, das auch für die Veranstaltung gezeigt wurde, das ich für 190.000,00 IDR kaufte.

Sonnenfinsternis auf "indonesisch" - Gerhana Matahari

Zuvor aber hatte ich auf dem Weg von dem Markt über den Eventplatz in Richtung Strand und dann Auto eine Begegnung mit einer Gruppe Jugendlicher, vielleicht um die 15 Jahre alt, wahrscheinlich eine Schulklasse, die um ein Foto fragten. Aber es war nicht so, dass ich sie fotografieren sollte, sondern, dass sie mich auf einem gemeinsamen Bild mit ihnen haben wollten. Das machte ich gerne mit, sie waren so fröhlich und begeistert und versammelten sich blitzschnell um mich herum.

Jörg meinte später das läge wohl an der höheren Körpergröße und der helleren Haut. Könnte sein, wenn dem so wäre dann ist das eine neue Erfahrung (im Gegensatz zu dem was man heutzutage zu Hause so viel in den Nachrichten mitbekommt, wie Einheimische Fremde bzw. anders aussehende empfinden – und wie dennoch bunt gemischt das Aussehen der Menschen bei meiner Arbeit inzwischen geworden ist).

Nun sah ich Jörg und Nicole vor mir, und die jungen Leute die die beiden gerade entdeckt hatten. Ich kam dazu, als diese sie gerade ansprachen und ich erklärte den beiden was kommt. Nun ergab es sich ganz schnell, dass ich ein Foto von Jörg und Nicole mit den Jugendlichen machte, und husch, husch, noch ein paar mal abgedrückt, die Begeisterung bei den jungen Leuten steigt rasant an, und findet ihren gelungenen Abschluss in meiner „Daumen Hoch“ Geste. So schnell sie sich gebildet hatte ist die Gruppe wieder aufgelöst. Jörg meinte zu Recht, wie die denn nun an ihr Bild kämen. Nun, vielleicht finden sie diese Internetseite und sie sich auf dem Bild wieder, ich wünsche es ihnen.

 

Eine Jugendgruppe freut sich in Tanjung Kelayang über ein gemeinsames Foto mit Jörg Schoppmeyer und Nicole Hollenbeck

Jörg, Nicole und ich gehen zum Auto und ich kaufe, wie bereits geschrieben mein Eclipse-T-Shirt 2016, bevor es nun entlang der Nordküste in Richtung Osten weiter geht. Wir steigen hin und wieder an diversen Strandabschnitten aus und erkunden die Umgebung. Hier gibt es massenhaft geeignete Beobachtungsorte für die Sonnenfinsternis, hier könnten tausende Menschen das Himmelsereignis verfolgen. Zahlreiche Parkplätze werden fertig gemacht, Strände gesäubert und auch an anderen Stränden Partyvorbereitungen getroffen.

Am Strand „Tanjung Tinggi“ gibt es zahlreiche runde Granitfelsen, Wahrzeichen der Insel Belitung. Eine hervorragende Kulisse für die Totaliät, nur leider alle so gelegen, dass die Korona nie in Richtung der Steine steht, wenn man nicht im Meer oder auf einem Granitfelsen im Meer stehen will. Auch ohne Eclipse eine begeisternde Landschaft, die Sonne nähert sich dem Zenit an einem knackig blauen klaren Himmel, nur von einigen Wolken hin und wieder begleitet.

 

Straße an der Nordküste von Belitung

 

Granitsteine am Nordstrand von Belitung bei Tanjung Tinggi

Mündung eines kleinen Flüsschens mit einer Granitformation an der Nordküste von Belitung

Fischerboote an der Nordküste von Belitung (unser Prio2 Beobachtungsort)

Zwei weitere zu Hause auf Google Maps bereits gefundene Orte stellen sich als gut, bzw. hervorragend heraus, sofern denn nicht zu viele Leute an diesen Plätzen zusammen kommen würden.

Auch auf Land finden wir die Granitfelsformationen – an vielen Stellen ist der Regenwald gerodet und Neuanpflanzungen, meist junge Palmen erlauben freiere Blicke. So schlecht das für die Ökologie ist, zur Orientierung ist der zusätzliche Blick zum horizontnahen Himmel von Vorteil. An einer Stelle finden wir Pflanzen mit wunderschönen Blüten, vielleicht wegen der Blüten gepflanzt, vielleicht aber auch wild. So genau kann man das nicht unterscheiden. Auch zwischen den jungen Palmen gibt es nicht nur verbrannte Urwaldbäume, sondern auch frische Urwaldtriebe in Größe der Palmen – vielleicht ja daher weil man erkannt hat, dass Monokulturen riskant sind – es wäre den Menschen hier zu wünschen.

Gelbe Blüte

Ausblicke auf Belitung – Die Sonne steht im Zenit und ist durch eine dünne Wolke bedeckt

Wir entscheiden uns zur Rückfahrt – morgen geht es dann an die Ostküste, denn die könnte Ausweichorte bieten, wenn es an der Nordküste wolkig ist. Wir fahren durchs Landesinnere und kommen an einem türkisblauen See vorbei. Weißer Sand wird hier abgebaut. Ein unwirklicher Anblick.

Türkisblauer See

Zurück in Tanjung Pandan halten wir an Hinweisschildern für die Sonnenfinsternis. Grafisch gut gelungen finde ich ein Plakat an einer Moschee, das offensichtlich auf ein muslimisches Gebet im Zusammenhang mit der Sonnenfinsternis hinweist.

Moschee in Tanjung Pandan mit Hinweisen auf die Sonnenfinsternis

Bevor wir nun ins Hotel zurückkehren treffen wir uns mit Daniel Lynch aus Irland, der heute nach Belitung kam in seinem Hotel und verabreden uns zu einem gemeinsamen Abendessen in unserem Hotel.

Dort angekommen natürlich erst einmal geduscht, nach wenigen Minuten außerhalb des Autos wurde es ja bereits immer wieder sehr warm. Und dann noch im – wieder zeitweise sehr langsam gewordenen Internet nachgesehen und die Bilder von heute nachgearbeitet.

Den Sonnenuntergang um 18 Uhr habe ich vom Balkon bei 650mm mit dem Walimex fotografiert. Danach stoße ich in der Lobby zu den anderen Dreien und wir gehen schließlich gemeinsam Abendessen. Daniel wird morgen und übermorgen mit uns kommen, und somit wird das Auto randvoll sein.

 

Sonnenuntergang in Belitung am 07. März 2016

Nachdem ich diesen Text geschrieben habe gehe ich mal kurz auf den Balkon raus, und sehe einen kleinen Schmetterling oder Nachtfalter, etwa daumengroß, dessen Flügelschlag im Licht des Hotelgebäudes fast wie ein Blinken wird - Ich glaube ich habe mein Ufo von gestern identifiziert!

Das Internet ist wieder sehr wechselhaft. Am frühen Abend ist es kaum möglich etwas online zu stellen, am späten Abend geht es immer besser. Also auch für die nächsten Tage eine wohl zunehmende Herausforderung, da immer mehr Gäste auf die Insel einfliegen.

 

Dienstag, 8. März 2016

Der Tag beginnt mit besserem Wetter als gestern zur gleichen Uhrzeit. Es ist feucht und dunstig, es hat wohl wieder in der Nacht geregnet, doch nur wenige Wolken sind am Himmel über Belitung am Tag vor der Sonnenfinsternis. .Jörg postet wieder ein Bild vom 11. Stock mit Blick Richtung Osten. Zur Totalitätszeit kurz vor halb acht gibt es ein weiteres Bild von Jörg das beste Bedingungen in Richtung Sonne zeigt.

Unten beim Frühstück ist der Saal jetzt richtig voll. Busse sind angekommen und auch einige Geschäftsleute sind dabei. Nach dem Frühstück setze ich mich an eine ruhige Ecke und genieße den Blick auf das Meer, die angenehme Luft und die entspannte tropische Stimmung.

Kurz bevor ich wieder zu meinem Zimmer im 6. Stock fahren möchte blättere ich in einem indonesischen Sonnenfinsternismagazin und merke mir dort die Namen der Strände an denen wir gestern waren, um sie im Internet noch nachzutragen.

Stromausfall. Wie gut, dass ich nicht gerade im Aufzug bin. Dann geht der Strom nach ein paar Sekunden wieder und ich fahre hoch, um mich für die heutige Fahrt in Richtung Ostküste umzuziehen und vorher noch die ersten Absätze für heute zu schreiben.

Unsere Fahrt geht direkt über die Mitte der Insel an die Ostküste. In der Nähe der Stadt Manggar kommen wir an einen Strand, an dem gerade ein Zelt aufgebaut wird. Hier würden wir zur Finsterniszeit wohl nicht allein sein. Komplett nach Osten nur Meer und große Sandstrände. Hier war wohl früher einmal etwas bessere Infrastruktur. Ruinen einer Mauer und eine zugewachsene asphaltierte Fläche, ausgeblichene riesige Baumstümpfe und ein langer Steg ins Meer, der sehr wackelig und notdürftig mit Brettern und Baumstämmen geflickt ist. Er ragt nach Osten weit in das Meer hinaus, ist aber als Beobachtungsuntergrund völlig ungeeignet.

Strand an der Ostküste von Belitung mit einem verfallenen Steg

Wir fahren weiter an der Nordostküste entlang, die allerdings nicht direkt in der Nähe einer Straße ist, und die wir deshalb nur über diverse Stichstraßen immer wieder erreichen. Viele Strände sind mit Fahnen geschmückt, ein Zeichen, dass hier morgen beobachtet wird. Um einen einsamen Standort zu finden gilt es Orte ohne Fahnen zu finden.

Die „Ulmon“ Karten-App, die den GPS Standort auf einer Offline-Karte anzeigt leistet gute Dienste, jedoch mit der Einschränkung, dass eine Straße Richtung Nordküste als eine bessere eingetragen ist als diese tatsächlich ist. Unser Fahrer leistet gute Arbeit und kurvt um die tiefen Rinnen und Schlaglöcher herum, da wo es keinen Asphalt gibt. Mögliche Beobachtungsorte markiere ich in der App, wie zum Beispiel einen Rastplatz an einem See mit einer kleinen nördlich gelegenen Hügelkette im Hintergrund.

See im Osten von Belitung

Größte Herausforderung dieser Art war zuvor aber ein Strand an der östlichen Nordküste, den wir durch ca. 10km Urwaldstraße schließlich erreichen. Urwaldstraße ist Feldweglevel mit Auswaschungen, Löchern, kleinen Holzbretterbrücken, meterhohem Gras und anderem Bewuchs. Am Ende der Wildnisstraße erreichen wir einen verlassenen Strand, gehen zwischen Granitsteinen eine alte Betontreppe herunter zu einem Strand in einer kleinen Bucht in der Nähe eines verfallenen Campingplatzes. Am Strand liegt eine Art Geisterfloß. Ein wirklich abenteuerlicher Ort, der Name „Robinson Crusoe“ fällt. In den 60er Jahren war das vielleicht mal ein toller moderner Campingplatz?

Verlassener Strand im Nordosten von Belitung

Von diesem abenteuerlichen Ort machen wir uns wieder in Richtung Hotel auf, an der Nordküste wieder an den Orten vorbei, die wir gestern gesehen haben. An einem weiteren steigen wir wieder aus. Von dort gibt es einen schönen Blick auf eine Blumenkohlwolke. Doch da gab es noch viel mehr zu sehen, wie die Granitsteine, die durch das Wasser mit waagerechten Streifen versehen wurden und den Blick auf einen Leuchtturm am Horizont vor der entfernten Gewitterwolke. Von der Inselmitte aus hatte sich in den letzten Stunden eine riesige tellerförmige Gewitterwolke gebildet, deren Rand nun die Sonne erreichte und die Insel in ihren Schatten legte, ein kleiner Vorgeschmack auf den Schatten des Mondes der das morgen in noch viel gewaltigerem Ausmaß tun wird.

Ein kleiner Vorgeschmack auf die morgige totale Sonnenfinsternis: Ein riesiger Wolkenteller ziert über der Insel auf und lässt die Sonne hinter sich verschwinden

Leuchtturm im Norden von Belitung am Horizont

Granitsteine

Wieder im Hotel angekommen zeichnet sich die Silhouette der dunklen Insel am Horizont vor dem Streifen hellem Himmel ab, der über dem Meer verblieben ist.

Wolkenteller über Belitung, gesehen vom Hotelzimmer in der BW Suite Belitung

Zum Sonnenuntergang hin hat sich die Sonne in diesen Streifen geschoben und verschwindet dann am Rand von entfernten Gewitterwolken die wie Theaterkulissen an Horizont stehen und sich im Meer spiegeln.

 

Wie Theaterkulissen haben sich Gewitterwolken am Horizont bei der untergehenden Sonne aufgebaut

Im Hotel sind inzwischen die Gruppen von Eclipse-Reisen aus Deutschland angekommen, es ist richtig voll geworden, zum Abendessen gibt es ein Buffet.

 

Mittwoch, 9. März 2016

Doppelt hält besser: Mein Handywecker klingelt und das Telefon mit dem Wake-Up Call, nach einer weiteren sehr kurzen Nacht, die diesmal um 3:30 Uhr endet. Um 4 Uhr geht es mit dem Auto los. Jörg und Nicole, und unser Fahrer Nupri sind da, Gepäck wird verladen. In einem anderen nahe gelegenen Hotel holen wir Daniel Lynch ab, dessen Sachen auch noch in den Kofferraum reinpassen.

Es ist wenig Verkehr auf den Straßen, aber wahrscheinlich mehr als sonst. Es gibt keinerlei Probleme zügig an die Nordküste zu kommen. Nach etwas weniger als einer Stunde sind wir kurz vor 5 Uhr an unserem Prio-1-Platz, einem an der Nordküste gelegenen Damm, an dem Fischerboote liegen und der meerumschlungen freie Blicke in alle Richtungen bietet. Die Sonne würde hier in einer Stunde genau um 6 Uhr über dem Meer aufgehen und ab 6:20 Uhr nach und nach vom Mond verdeckt werden.

 

Unser Prio-1 Platz: Ein Fischereidamm im Norden von Belitung (Foto vom 07.03.2016)

Doch im Norden sind große breitflächige Wolkenfelder, bis südlich des Sonnenaufgangspunktes, der noch gerade eben über dem Meer und nicht über der Insel liegt, zu sehen. Über der Mitte der Insel aber freier Himmel, ein großes Wolkenloch. Die Dämmerung ist noch schwach, aber 30 Sekunden belichtete Aufnahmen bestätigen es: Die Wolken sind recht dicht, und weiter im Süden ist es deutlich besser. Es ist klar, dass wir hier nicht bleiben werden. Eine kurze Diskussion zwischen Jörg und mir, ob wir noch den ca. 5 km südlich gelegenen Ort mit den Blumen und den Felsen ansteuern sollten, oder gleich den türkisblauen See (Kaolin See östlich von Tanjung Pandan) ca. 30 bis 40 km weiter südlich, findet in der gemeinsamen Erkenntnis ein Ende, dass die Felsen nicht weit genug südlich liegen um sicher genug zu sein.

Unser Fahrer gibt Gas, nun kommen uns zahlreiche Motorroller und auch Autos entgegen. Wir wissen nicht, ob diese Leute zur Arbeit fahren oder die Sonnenfinsternis anstreben ohne zu wissen wie wolkenbedroht sie im Norden ist. Über ein Foto des Sees von vorgestern auf meiner Kamera ist Nupri schnell gezeigt, wo wir hin wollen. Der See ist doch ganz schön weit südlich, im Osten von Tanjung Pandan. Dort finden wir bereits eine Menschenmenge vor, auf der linken Seite am Seeufer und auf der rechten Seite auf den 10 bis 20m hohen Sandbergen.

Jörg, Nicole und Daniel entscheiden sich für einen abgelegeneren Teil etwas abseits der Straße am Nordufer des Sees, der aber keinen Blick auf den Sonnenaufgang bietet. Ich lasse mich an das Westufer des Sees fahren, an eine Baumgruppe, wo noch wenige Leute sind. Dort habe ich die Sonnenfinsternis über dem See und auch einen Baum im Blick.

Der Sonnenaufgang findet hinter Wolken statt. Keine Eile, denn bis zum ersten Kontakt um 06:20 Uhr sind die Beobachtungsinstrumente aufgebaut: Auf dem Manfrotto Stativ eine Sony DCR-SR37 Videokamera und die Canon EOS600D hinter einem Walimex 650-1300mm Zoom bei 650mm, auf dem Berlebach Eschenholzstativ ein Scopos APO ED 400mm f6 Refraktor mit der Canon EOS450D, ein weiteres Stativ, um dort die Canon EOS600D mit dem neuen 10-20mm Weitwinkel zu platzieren, und die GoPro HERO3+ Black Edition Action Cam auf einem Gorillapod auf einem Zaun vor mir montiert. Mein Samsung Tablet kommt später auch zum Einsatz, und zwar so ins Gras gestellt, dass es mich bei der Beobachtung per Video aufnimmt.

Die Sonne zeigt sich das erste Mal zwischen tief liegenden Wolkenbändern, ist bereits so hell, dass die Fotografie einen Sonnenfilter erfordert. Ich verteile Sonnenfinsternisbrillen, eine an Nupri und ein an eine Familie die vor uns bereits hier war, die ich aber später in der Menge der vielen Leute die dann noch kamen aus den Augen verlor.

 

Sonnenaufgang hinter Wolken am Kaolin See

Die Sonne steigt senkrecht höher und höher, die erste partielle Phase hat begonnen. Der Mond wird am oberen Rand der Sonne sichtbar. Während die Sonne sich zwischen Wolkenstreifen weiter nach oben schiebt fällt der Mond von oben vor die Sonne und lässt diese immer mehr zu einer Sichel werden. Der Fokus ist perfekt. Gestochen scharfe Sichelbilder erreichen mein Kameradisplay, und immer wieder in etwas anderer Wolkensituation - das macht Spaß!

Der Mond wird am oberen Sonnenrand sichtbar: Die Sonnenfinsternis hat begonnen!

Erste partielle Phase (1)

Erste partielle Phase (2)

Hinter und neben mir hat sich inzwischen eine große Menschenmenge gebildet, sehr viele junge Leute sind dabei. Die meisten scheinen Einheimische zu sein. Die Leute stehen auch auf den 10 bis 20 Meter hohen Sandhügeln auf der anderen Seite der Straße, von dort ist der Blick auf dem See wohl noch besser. Für mich kam ein solcher Standort wegen meiner Ausrüstung aber nicht in Frage.

Ein paar Jugendliche scheinen sich auf der Straße zwischen den Menschenmengen ein Motorradrennen zu leisten, auch wenn die partielle Phase schon weit fortgeschritten ist. Die vielen Sonnenfinsternisinteressierten sind an sich schon eine schöne Szenerie. Ihre Blicke gehen meist in Richtung See, über dem die Sonne weiter nach oben steigt, und trotz zunehmender Mondbedeckung in der feuchtwarmen Luft für Wärme sorgt.

Beobachtungsausrüstung am Kaolin See (aufgenommen mit Samsung Tablet SM-T235)

Doch die Bedeckung durch den Mond nimmt Oberhand und die Hitze geht zurück. Nach und nach starte ich früher als geplant in Ruhe meine Aufnahmesequenzen. Zunächst die GoPro Kamera vor mir, die nun alle 5 Sekunden ein 12 MPx Bild parallel zur HD Videoaufzeichnung aufnimmt, dann die Sony Videokamera. Es sind nur noch wenige Minuten bis zur Totalität.

Die Sichel ist ganz schmal geworden. Ich positioniere die gleißende Sichel am unteren Bildrand meiner EOS450D, die hinter einem Scopos APO ED Refraktor fokal montiert ist. Das Bild ist hochkant eingestellt, sodass die Sonne während der Totalität ohne Nachführung direkt nach oben wandern kann, ohne den Bildausschnitt zu verlassen. Ich starte den Timer-Auslöser, der nun alle 2 Sekunden eine Aufnahme macht, ohne dass ich mich weiter darum kümmern muss.

Die Zeit ist aber weit fortgeschritten. Kurz vor dem Diamantring schaffe ich es noch die EOS600D, die mit dem Walimex bei 650mm aufnimmt im HD Videomodus mit 3 Stufen Unterbelichtung zu starten. Alle Sequenzen laufen und ich blicke in die verschwindende Sonne – das Timing passt sekundengenau.

 Diamantring hinter einer dünnen Wolkenschicht

DER Moment ist da! Das letzte Licht der Sonne grüßt wie ein sich schließendes Auge mit einer kugelrunden Lichtträne und macht den Blick auf den fein gefasterten Kranz der Korona frei. Ich sehe sie scharf und glasklar, innen ganz dünn um den Mondrand herum, hell weiß strahlend, nach außen hin die feinen Fasern, die sich mit der hin und wieder leicht bewölkten dunkelbläulichen Umgebung vereinen.

Meinen Jubel kann ich nicht verbergen, so groß ist die Freude aber auch Ergriffenheit über diesen wunderschönen An- und Augenblick. Den Menschen hinter mir ist ähnliches anzuhören. Dennoch entspannt, die Bilder werden nun von allein gemacht – ich stehe in der ersten Reihe und nehme das Lichtspiel direkt und ohne Flugzeugfensterscheibe vor mir war. Dafür zwar das erste Mal mit Gleitsichtbrille, aber die liefert mir die Schärfe die sonst nicht mehr möglich gewesen wäre.

Es ist Totalität in wohliger Wärme, der Mondschatten um uns allen herum, und als dunkle Rundung um die Sonne herum gut zu erkennen – die leichte Cirrus- und zu Schäfchen- neigende Bewölkung macht es deutlich. Rechts im Süden ist es deutlich heller, wir sind ja auch einige zig Kilometer von der Zentrallinie entfernt, dort ist die Sonnenfinsternis nur partiell.

Ich stoppe gemäß meinem Plan das Video hinter dem Walimex, und wechsle nicht gleich wie geplant das Objektiv, sondern mache noch einige Fotos durch das Walimex bei verschiedenen Belichtungszeiten.

Video mit Perlschnurphänomen, Diamantring und Korona (650mm), Zeitraffer bei 400mm, Zeitraffer GoPro und einigen Weitwinkelaufnahmen der Umgebung

Totalität: Eine große Protuberanz wird sichtbar!

Totale Sonnenfinsternis am Kaolin See (GoPro-Foto)

Totale Sonnenfinsternis am Kaolin See (GoPro-Video, 32-fache Zeitraffer)

 

Korona 2016

 

Totale Sonnenfinsternis 2016

Doch nun soll noch mein neues 10-20mm Weitwinkelobjektiv zum Einsatz kommen. Ein Stativ steht bereit und ich schiebe nach der Objektivmontage die Kamera darauf und mache bei der voreingestellten Unterbelichtung von -1 1/3 Blenden noch Aufnahmen der Eclipse-Szenerie am See. Bereits während der 650mm Fotos wird mir klar, dass mein ursprünglich (ambitionierter) Plan, noch das 24-85mm Zoom zum Einsatz zu bringen nicht zur Umsetzung kommt. Die Helligkeit kommt zurück, hat sich von rechts an die Sonne herangeschoben.

Wahrscheinlich wegen einer kleinen Cirruswolke ist der zweite Diamantring nicht so eindrucksvoll wie der erste, aber vielleicht sind meine Blicke auch gerade nicht mehr so stark auf die Sonne gerichtet, sondern auf den Mondschatten, dessen Rundung sich nach links unten hinbewegend auf die im Nordosten der Insel liegenden Wolken zurückzieht.

 

Totale Sonnenfinsternis über dem Kaolin See

 

Diamantring über dem Kaolin See

 

Abziehender Mondschatten über dem Kaolin See

Totale Sonnenfinsternis über dem Kaolin See (Komposit aus verschieden nachbelichteten Dateien aus einer RAW-Datei, am 20.03.2016 hinzugefügt)

Das wiedergekehrte Sonnenlicht bricht sich stark in den Cirren und Dunst um die Sonne herum, die Korona ist schnell weg, noch eine Weile ist es links unten in den Wolken dunkel. Ich stoppe die Timeraufnahme, und später auch die Sony-Videokamera.

Ich beginne mein Equipment wieder einzupacken, es wird heißer und heißer. Hin und wieder mache ich eine Aufnahme der partiellen Sonnenfinsternis durch das Walimex, merke aber erst gegen Ende der Sonnenfinsternis, dass sich durch die Demontage und Montage der Kamera der Fokus verschoben hatte, die Bilder sind leider unscharf. Als der Mond nur noch eine Delle in der Sonne ist legen sich watteartige Wolken um die Sonne herum, und sobald sie in einem der Wattebäusche steht ist die Filterwirkung hoch genug, um bei 1/4000s durch das 85-300mm Teleobjektiv ein weiteres schönes Motiv abzugeben. Ein leichter rosa Farbschimmer gibt dem Bild einen pastellenen Schimmer.

Zweite partielle Phase in watteartigen Wolken

Die Menschenmenge hinter mir ist verschwunden, es ist wieder Alltag an der indonesischen Straße im Osten von Tanjung Pandan. Ein Bagger nimmt Fahrt auf und bewegt sich in die Sandberge, auf denen die Menge stand. Daniel Lynch kommt herübergelaufen und erzählt mir, dass seine (einzige) Kamera 30 Sekunden vor Totalität versagt hat, ärgerlich. Dafür ist bei mir alles recht gut gelaufen. Bis auf den Einsatz des 24-85mm Zooms habe ich meine Pläne verwirklicht, und beim Startbild der Timersequenz habe ich die Sonne zu weit unten gelassen. Erst später stelle ich fest, dass die Sonnensicheln beim Beginn der 2. Partiellen Phase sehr unscharf waren, und durch die Entscheidung aus Zeitgründen auf die Spiegelvorauslösung bei den 650mm Totalitätsaufnahmen zu verzichten war auch nicht richtig. Ich habe zwar eine Verwacklung direkt wahrgenommen, die darauf folgenden Bilder sind auch einigermaßen scharf, doch nicht so gestochen wie ich es lieber gehabt hätte. Aber kein Grund zum Jammern, es geht eben immer immer noch ein bisschen besser.

Daniel fährt ins Hotel zurück, während ich bis auf das Manfrotto Stativ mit dem Walimex alles abbaue, und auch nicht die GoPro vergesse, auf die mich der zuvorkommende Nopri zweimal hingewiesen hatte. Es ist um 8:35 Uhr, Zeit des vierten Kontakts, ich mache noch ein paar Aufnahmen durch das Walimex und baue dann ab und packe alles ein. Inzwischen ist Norpi mit dem Auto wieder da, und fährt erst einmal zu Jörg und Nicole rüber, um sie und ihre Sachen an Bord zu nehmen.

Bei Jörg ist auch alles gut gelaufen, er hatte auch 4 Kameras im Einsatz. Weder bei ihm, noch bei mir haben Blitzlichter aus der Menschenmenge gestört. Schließlich gehe ich mit meinem großen Hartschalenkoffer, Fototasche und Rucksack an Bord und es geht zurück in das Hotel.

Nun kommt schon die Planung für die zweite Fahrt des Tages, denn ich hatte auf dem Weg nach Süden bemerkt, dass mein Objektivdeckel für das 10-20mm Weitwinkel fehlt. Da ich eine Langzeitaufnahme auf dem Autodach gemacht hatte und den Deckel als Unterlage nutzte, um mehr Himmel in die Kamera zu bekommen, war mir klar, dass er in der Fahrt heruntergefahren sein musste und erwartete ihn auf dem Boden auf dem Fischereidamm an der Nordküste.

Aber es war erst ca. 9 Uhr und wir waren ja nicht weit vom Hotel – genug Zeit um noch bis 10 Uhr zu frühstücken! Diese ungeplante Gelegenheit nehme ich wahr, gehe im Hotel erst noch duschen und dann erfrischt zum Frühstück. Um 10 Uhr geht es dann zum Fischereidamm. Auf dem Weg dahin sehe ich mir mein Video auf dem Tablet an, es gibt schön die Stimmung wieder. Ich sehe, dass aber das im Gras positionierte Tablet nach der Totalität in die Hand genommen wird und ein paar schöne Aufnahmen von mir und den mich umgebenden Menschen dabei sind. Ich frage Nopri, und er bestätigt, dass er die Aufnahmen gemacht hat, ich danke ihm dafür.

Bei der Einfahrt auf die unasphaltierte Straße zum Fischereidamm hält er an, fährt kurz zurück, steigt aus und kommt mit meinem Objektivdeckel wieder! Er hat ihn auf der Straße liegen gesehen, ich hätte damit an diesem Ort nicht gerechnet, vielleicht 5 km entfernt vom Fischereidamm, er muss wohl trotz zahlreichen Schlaglöscher solange auf dem Dach gelegen haben und erst beim Abbremsen vor der Abzweigung heruntergefallen sein.

Ich frage noch ob es eine Möglichkeit gibt den Leuchtturm im Norden von Belitung zu fotografieren. Daraufhin führt Nupri mich wieder an den Strand von Tanjung Tinggi, dem Ort mit den Granitsteinen, doch nun auf die andere Seite wie vorgestern. Dort gibt es hinter Bäumen versteckt noch mehr Steine und einen schönen Blick auf weitere Steine und den Leuchtturm in der Ferne.

 

Granitsteinblick bei Tanjung Tinggi

Er zeigt mir danach an einem Hafen einen weiteren Blick auf den Leuchtturm, einfach sehr nett und zuvorkommend. Auf der Rückfahrt zum Hotel checke ich meine Canon EOS650D und sehe meine Sonnenfinsternisbilder bei 650mm, besonders das Video enthält einige gelungene Sequenz ab dem 2. Kontakt. Ich muss einmal nachjustiert haben, als die Sonne nach oben herauswanderte. Das musste aber sein wegen der Bilder die ich dann machte. Wieder im Hotel verabschiede ich mich bei Nupri, er hat einen wirklich guten Job gemacht, und durch uns vielleicht auch Belitung aus einer anderen als der gewöhnlichen Perspektive kennen gelernt.

 

Blick auf den Leuchtturm im Norden von Belitung

Jetzt kommt die Entspannungsphase und die bisher unbewusst unterdrückte Müdigkeit holt sich ihren Raum. Stunden um Stunden bearbeite ich Bilder und schreibe an diesem Bericht, doch am frühen Nachmittag sind ein paar Stunden Schlaf dringend und erforderlich.

Zu um 6 Uhr - der Sonnenuntergang ist wegen Wolken keine Beobachtungsoption - geht es mit Jörg und Nicole zu Fuß zum Grand Hattika Hotel, wo uns Daniel Lynch zum Abendessen eingeladen hatte. Da an den Straßen keine Fußwege existieren und die Straßengräben locker mal eine Tiefe von einem Meter und mehr erreichen ist das nicht ganz ungefährlich, zudem wo die Dämmerung nun schlagartig einsetzt. Wir erreichen einen Strand mit schönem Blick auf die Dämmerung über dem Meer und dann auf der anderen Straßenseite das Hotel. auf dem Rückweg ergattert Jörg einen Kleinbus dessen Fahrer uns zurück zu unserm Hotel bringt. Die Hotels hier vermitteln grundsätzlich keine Taxis, das scheint eine gesetzliche Regelung zu sein.

 

Abenddämmerung an der Promenade von Tanjung Pandan, Belitung, Indonesien

Im Hotel angekommen sitzen wir noch mit ein paar Leuten von der Eclipse-Reisen Gruppe zusammen, dann verabschiede ich mich von Nicole und Jörg, die am nächsten Morgen ihren Flug nach Java antreten, wo sie noch eine Woche Urlaub machen. Ich gehe auf mein Zimmer und verbringe noch bis lange in die Nacht bzw. den deutschen Abend mit Bildbearbeitung und dem träge langsamen Internet, das auch in der Nacht nicht richtig Fahrt aufnimmt.

 

Die Eclipse-T-Shirts des Tages – beide für Saros 130

Donnerstag, 10. März 2016

Heute sind erst einmal ausschlafen (bei ca. 6 Stunden ist das relativ) angesagt, dann ein ausführliches Frühstück. Ich sehe zu wie der Eclipse Reisen Bus abfährt und setze mich kurz vor Abfahrt des Busses in die Lobby um weiter an meinem Bericht zu schreiben. Zwei Busse sind gerade abgefahren, und die Reaktionszeit des Internets springt in die Höhe, auf einmal ist ein ganz normales Arbeiten möglich. Diesmal wird es nicht an der Satellitenleitung des Providers gelegen haben…

Gegen Mittag kommt Daniel Lynch zu Fuß von seinem Hotel durch die Hitze zu mir, er kann später einchecken, denn er ist noch 2 Nächte in der BW Suite Belitung.

Noch ein Mittagschlaf und es ist noch eine Stunde bis Sonnenuntergang, doch durch viele Wolken ist der nicht zu sehen. Es regnet sogar etwas. Unerwarteterweise sieht es dann kurz nach Sonnenuntergang so aus, als ob es für den Mond einen Tag nach der Sonnenfinsternis reichen würde, doch eine Beobachtung von der Hotelterrasse aus scheitert an den Wolken, die nun im Süden liegen. Einige Kilometer weiter nördlich ist die schmale Mondsichel wohl zu sehen. Ich meine sie auch kurz einmal relativ sicher mit dem Feldstecher zwischen den Wolken gesehen zu haben, doch eine weitere Möglichkeit bietet sich nicht.

Abenddämmerung am Hotel in Belitung am 10.03.2016

Ich beginne mit der Verpackung, Verstauung und Platzierung meiner Sachen in den Koffern. Der Tag endet mit einem gemeinsamen Abendessen mit Daniel Lynch u.a. mit gemeinsamer Sichtung meiner Sonnenfinsternisbilder auf dem Laptop. Bei Facebook sehen wir Bilder von Jörg und Nicole, die beiden sind nun in Bali angekommen.

Freitag, 11. März 2016

Letzter Tag in Belitung. Der Blick aus dem Fenster zeigt es: Das Wetter ist gut, sodass ich nach dem Frühstück noch einmal auf der Hotelterrasse am Meer sitze und die tropische Insellandschaft genieße. Im Aufzug treffe ich noch einmal kurz Daniel Lynch, dann geht es Auschecken und zu um 11 Uhr Abfahrt – es fährt mich wieder Nupri – zum Flughafen. Von dort geht es wieder mit einer kleinen Bombardier-Maschine nach Jakarta.

 

Die Sonne scheint über Tanjung Pandan auf Belitung

In Jakarta werde ich verabredet vom Sheraton Hotel Shuttle abgeholt und verbringe den Rest des Tages wieder im Sheraton Bandara. Am Nachmittag gehe ich Spazierwege entlang und bin auf der Terrasse nahe des Swimming Pools, und auch zur Dämmerung noch einmal kurz draußen um ein paar Fotos zu machen. Später bin ich auf dem Zimmer und stelle ein Video der Sonnenfinsternis aus diversen Sequenzen zusammen und erfreue mich daran. Hier ist das Internet so schnell, dass ich mir einige Nachrichtensendungen des ZDF ansehe, finde dort aber nichts zum Thema Sonnenfinsternis.

 

Sheraton Hotel Bandara in Jakarta während der Abenddämmerung

Samstag, 12. März 2016 und Sonntag 13. März 2016

Nach dem Frühstück noch einige ruhige gemütliche Stunden im Sheraton Bandara Hotel in Jakarta, mal tropisch draußen, mal normal temperiert im Zimmer. Die Straße vor dem Hotel verläuft parallel zur Landebahn. Egal auf wievielen Rädern unterwegs: Es bewegt sich viel in Asien.

 

Verkehrsbewegungen in Jakarta

Gegen 15:30 checke ich aus, um zu um 16 Uhr das Shuttle zum Flughafen zu nehmen.Nach dem Einchecken ist noch viel Zeit bis zum Boarding, die verbringe ich zunächst in einer Lounge, auf die ich gleich am Checkin-Schalter hingewiesen werde. Der Eingang ganz unscheinbar seitlich in einer Wand, ebenso der Ausreiseschalter dahinter.

Irgendwann höre ich einen der vielen Aufrufe, nicht ganz vollständig, aber diesmal so, dass es fast mein Singapore Airlines Flug nach Singapur sein kann. Ich mache mich vorsichtshalber auf den Weg zum Gate, muss mich aber zum Ausgang der Lounge durchfragen, auch dieser ist sehr versteckt. Und gerade gleich gegenüber in eine weitere Lounge, in der ich eingelassen werde, auch wenn ich das Gate D2 suche. Zweimal fragen und wieder am Ausgang finde ich um die Ecke den Weg zum Gate, gehe durch einen weiteren Security- Check, um dann am Gate ein handschriftliches Hinweisschild zu finden, dass mein Flug am Gate E3 ist. Also „rückwärts“ durch die Security. Ich werde durchgelassen - anscheinend ist die Gateverlegung bekannt.

Ein recht weiter Weg, irgendwie die ganze andere Seite des Flughafens. Schließlich noch einmal durch einen Security-Check am Gate E3 angekommen ist es dort ungewöhnlich leer. Ein Singapore Airlines Flugzeug sehe ich sich auf dem Flugfeld wegbewegend. Gehen hier so viele Singapore Airlines Flieger, dass es ein anderes Flugzeug ist?

Auf meiner Bordkarte ist als Boarding 18:30 Uhr angegeben, am Gate 18:00 Uhr, und es gibt einen Zeitunterschied von einer Stunde zwischen Singapur und Jakarta. Auch wenn das alles verwirrend sein kann, eigentlich müsste ich gerade um 17:45 Uhr rechtzeitig am richtigen Gate sein.

Bald kommen ein paar Leute, u.a. eine Amerikanerin, die mich fragt ob es hier nach Singaur geht. Wenn es nicht passen sollte, hätte ich nun zumindest jemanden in der gleichen Situation.

18:00 Uhr und es passiert nichts. Als ein Singapore Airlines Flugzeug an diesem Gate ankommt, bin ich beruhigt. Die Amerikanerin fragt am Schalter nach, und angeblich dauert es nach 18:30 Uhr auch nur noch ein paar Minuten bis zum Boarding. Auch wenn es mehr als 5 Minuten sind, jetzt passt es, das Boarding über eine separate Brücke in die Business Class, und der Flug ist schließlich pünktlich. Nur etwa 1:10 Std. durch die inzwischen eingetretene Dunkelheit geht der Flug nach Singapur.

Aber auch da wieder ist es nicht so einfach wie es beim Hinflug war. Der Flughafen ist groß und leer. Mit einem Shuttlebus geht es innerhalb des Transitbereichs vom Terminal 2 zum Terminal 3, und dort komme ich am Schalter E7 nicht weiter, da ein Security Check unbesetzt ist. Ach ja, eine Stunde Zeitunterschied, ich bin sehr früh. Ich finde davor noch einen Sitzplatz und gönne mir nun auf meinem Laptop den Film „Chasing Shadows“ von Nelson Quan. Nachdem der Security Check besetzt wurde, finde ich einen Platz in der Nähe des Boarding Schalters und sehe meinen Film weiter, dann geht es wieder an Bord eines A380-800.

Neben mir ein Amerikaner aus Nebraska, der in Singapur wohnt. Mit ihm entwickelt sich ein ganz netter Plausch, der aber angesprochen auf die Eclipse, die nächstes Jahr über seine Heimat hinweggeht, weiß, dass er im August 2017 dort nicht sein wird. Nicht jeder interessiert sich dafür, oder hat die Möglichkeiten zur Beobachtung. Ich sehe den Film zu Ende, er hinterlässt eine genau passende Eclipsereise-Stimmung.

Der Nachtflug über Eurasien führt über Thailand, Indien, Pakistan, Afghanistan, Usbekistan, Kasachstan, Russland, Weißrussland und Polen nach Frankfurt. Über der Gegend von Kabul mache ich einige Aufnahmen von Sternen am Horizont, mein Saugnapfstativ erlaubt auch mehrere Sekunden lange Belichtungszeiten ohne zu starke Verwacklungen.

 

Cassiopeia am Horizont über Afghanistan

Etwa 50 Minuten vor der Landung fliegen wir über die Gegend von Bautzen und Dresden, dann über die Rhön und Wiesbaden in östlicher Richtung auf den Frankfurter Flughafen zu. Während der Landung hat die Morgendämmerung gerade eingesetzt.

Noch Aussteigen, den Koffer holen und Taxi suchen. Sonntag 6:45 Uhr ist die A3 so leer, dass man sich fast alleine fühlt, und wieder nach einer Tropenreise wirkt der Wald hier so kahl und durchsichtig. Nach einer kurzen viertel Stunde bin ich schließlich zu Hause angekommen und freue mich wieder da zu sein!

Ich schließe den Bericht wie er begonnen hat, mit einem Blick auf das Thermometer. Die Sonne scheint auch hier, und die Plusgrade kommen langsam an.

 

Plusgrade in Dreieich-Götzenhain

Stephan Heinsius 04.-14.03.2016

 

 

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