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Ab in die Pampa - Eclipse bevor die Sonne untergeht!

Die Totale Sonnenfinsternis am 2. Juli 2019 in Argentinien - Erlebnisbericht

Mitte 2019: Ein Himmelsereignis jagt das andere: Die hellsten Leuchtenden Nachtwolken die ich bisher erlebt habe am 21. Juni, am 22. Juni einer der schönsten Sonnenuntergänge in Dreieich mit anschließender Pastelldämmerung mit Bodennebel. Und das alles in Vorfreude auf die totale Sonnenfinsternis, die am 2. Juli 2019 kurz vor Sonnenuntergang Argentinien zum Eclipse-Land macht.

Tief am Horizont mitten in der Pampa: Seit ich am 12. Juli 2010 die Horizontfinsternis in Patagonien aus beruflichen Gründen ausgelassen habe reizt mich die Horizontfinsternis, die nun wieder in Argentinien stattfindet. Erste Wetterprognosen am 24. Juni sind noch widersprüchlich, aber versprechen ganz gute Chancen. Hitzewelle zu Hause in Dreieich: Erinnerungen an Wyoming 2017 kommen auf, als schließlich mein Equipment aufgebaut ist. Am 24. Juni noch die letzten mathematischen Berechnungen für das geplante Horizont-Eclipse Timelapse gemacht und die Auswahl der Beobachtunginstrumente finalisiert, kommen sie am 25. Juni zur Aufstellung.

Eine neue GoPro HERO 7 soll die Eclispe aufnehmen, während die alte GoPro HERO 3+ den in den Weltraum entschwindenden Mondschatten rückwärtig erfassen soll. Beide auf eine Schiene montiert, die auf einem Gorillapod auf der Timelapse-Kamera zum Einsatz kommen könnte (links im Bild), wenn kein geeigneter Standort am Boden oder auf dem Auto verfügbar sein sollte. Rechts eine weitere Videoaufzeichnung, und in der Mitte 2 Optiken zur Fotografie: Walimex 650-130mm bei 650mm und Sigma Weitwinkel 10-20 bei 20mm.

25.06.2019: Die Eclipse-Planung ist abgeschlossen, das Equipment einsatzbereit

26.06.2019: Der Sonnenuntergang hinter dem Atzelbergturm gibt einen kleinen Vorgeschmack auf die bevorstehende Sonnenuntergangsfinsternis

Für diese Reise hatte ich bereits seit 2017 an verschiedene Optionen angedacht. Übrig geblieben sind die Option 1: Beobachtung der Horizont-Eclipse nahe Lobos (nur ca. 1 1/2 Std. Autofahrt von Buenos Aires), Option 2: Flug von Buenos Aires nach Mendoza oder San Juan und von dort aus Weiterfahrt in die Region nördlich von San Juan, Option 3: Autofahrt von Buenos Aires nach Rio Cuarto (im Totalitätsstreifen). Am 28. Juni, 4 Tage vor der Sonnenfinsternis, immer noch zu Hause, wurde nun nach Diskussion in der Gruppe (per WhatsApp) die Entscheidung getroffen Option 1 zu verwerfen: Der Aufwand ist nicht notwendig, weil die Wettervorhersagen modellübergreifend versprechen, dass eine Beobachtung in der Region Rio Cuarto, Lobos, oder irgendwo dazwischen sicher möglich sein wird.

Sonntag, 30. Juni 2019

Die Hitzewelle erreicht mit auf dem Gartenthermometer angezeigten 40 Grad einen weiteren Höhepunkt. Und ich packe Astro-Equipment und Winterkleidung in den Koffer, denn am Abend geht es los zur totalen Sonnenfinsternis nach Argentinien, wo mit ca. 15 Grad am Tag und 5 Grad in der Nacht Winter herrscht. Zum Flughafen gebracht tauche ich in die klimatisierte Welt der Flugreisenden ein. Doch bis zur Landung in Buenos Aires bleibe ich im Sommermodus, aber habe meinen Anorak in der Hand dabei.

Die Hitzewelle erreicht mit auf dem Gartenthermometer angezeigten 40 Grad einen weiteren Höhepunkt

Lange Wege am Frankfurter Flughafen: Ich werde wie geplant an Terminal 1C abgesezt, stelle dann aber fest, dass ich zur Abgabe des Koffers nach 1A laufen muss, um dann wieder zum Gate C16 hinter 1C zu laufen. In diesem Fall hat mich der Online-Checkin zu dem Umweg verleitet. Aber nicht schlimm, die Zeit hat gereicht, und ich treffe an der Sicherheitskontrolle Hildegard Werth, die neben Alexander Birkner eine der Mitreisenden auf dieser Reise sein wird.

Lichter der Startbahn West

Autobahn A67

Dann ging es etwa eine Dreiviertelstunde verspätet gegen 22:30 Uhr los. Die Abenddämmerung war schon fortgeschritten, aber ich konnte noch einige Aufnahmen der Lichter im Rhein-Main-Gebiet machen, bevor für den Rest des über 13-stündigen Fluges die Nacht hereinbrach. Nach dem sehr späten Abendessen sah ich mir zwei Dokumentationen über Elon Musk und seine Projekte an: offensichtlich ein echter Pionier unserer Zeit, der viel bewegt, aber sein Privatleben dabei opfert.

Montag, 1. Juli 2019

Nach mehreren Stunden Schlaf installiere ich mein Saugnapfstativ für Nachtaufnahmen. Wir waren bereits über Südamerika und es waren zahlreiche Lichterinseln zu sehen. Und dann ging es auf Buenos Aires zu: Tiefschwarze Gebiete da wo das Meer ist, und bis zum Horizont klar abgezeichnet die Küste von Argentinien. Eine riesige Fläche benetzt mit einem Lichtermeer – Buenos Aires: Eine gigantische Stadt in kristallklarer Luft, kein Dunst, keine einzige Wolke, aber dann sehe ich plötzlich den Mond über dem Horizont, einen Tag vor der Sonnenfinsternis eine hauchdünne Sichel, aber dank der guten Empfindlichkeit des Chips der EOS M50 mit kurzer Belichtungszeit verwacklungsfrei eingefangen: In Fotos und im Video.

Sterne am Horizont über Brasilien

Lichtermeer von Buenos Aires

Mondsichel über den Lichtern von Buenos Aires

Mondsichel über den Lichtern von Buenos Aires

Die Boeing 747 von LH510 in Buenos Aires

In der Einreiseschlange und beim Gepäck-Abholen sehe ich Hildegard Werth wieder. Wir gehen gemeinsam durch den Zoll und holen den Mietwagen bei Alamo ab, eine sehr hilfsbereite Mitarbeiterin wickelt das mit uns ab, obwohl wir noch auf den 3. Fahrer warten: Alexander Birkner kam aus Madrid, etwa eine Stunde später als wir an. Schließlich trafen wir uns beim Alamo-Schalter und von nun an reisen wir zusammen: Die Sonnenfinsternis-Tour geht los!

Gut werden wir auf dem Parkplatz in das Auto eingewiesen, die Mitarbeiterin vom Schalter geht mit uns. Ihr Kollege vom Parkplatz fotografiert uns dann zu dritt kurz nach der Übernahme des Autos. Ich fahre zuerst: Wir begeben uns zunächst zu unserem Hotel „Posada de las Aguilas“, nur wenige Fahrtminuten vom Flughafen entfernt und beziehen unsere Zimmer. Wir hatten jeder separat gebucht.

Mietwagen am Flughafen in Buenos Aires

Wir (Hildegard Werth, Alexander Birkner und Stephan Heinsius) übernehmen unseren Mietwagen am Flughafen in Buenos Aires

Hotel Posada de las Aguilas in Barrio Uno bei Buenos Aires

Mir bleiben ein paar Minuten für einen kleinen Spaziergang in der Umgebung des Hotels namens Barrio Uno, dann noch einmal mit Alexander Birkner zusammen dort: ein kleiner Park mit Kirche und argentinischer Fahne.

Hotel Posada de las Aguilas in Barrio Uno

Park und Kirche in der Nähe des Hotels Posada de las Aguilas in Barrio Uno

Argentinische Fahne in Barrio Uno

Doch lange bleiben wir nicht. Wir sind hier, um zu überlegen, wie es weiter geht. Nun steht die finale Entscheidung über die verbliebenen Optionen an. Aufgrund der Wetterlage (ein Teil der Modelle zeigt zu viele Wolken für die Beobachtung bei Lobos an) entscheiden wir nach Venado Tuerto zu fahren, um dort zu übernachten, erst einmal eine Nacht. Dann sehen wir am morgigen Eclipse-Tag, ob wir in der Region Venado Tuerto bleiben (südlich des Ortes gibt es zwei Seen), oder noch weiter nach Westen Richtung Rio Cuarto fahren, um dann ggf. dort zu übernachten, um am Mittwoch dann die lange Strecke von Rio Cuarto nach Buenos Aires auf uns zu nehmen.

Während Alexander Birkner und ich in der Lobby des Hotels die Details besprechen findet Hildegard Werth ein Hotel in Venado Tuerto mit genügend freien Zimmern, und hat für sich gleich gebucht. Alexander und ich ziehen nach.

Nächster Schritt ist die Versorgung mit Wasser und Proviant. Nach mehreren Schleifen (das im Auto eingebaute Navi hat offensichtliche Schwächen) finden wir ein Einkaufszentrum mit einem Carrefour-Markt und decken uns dort reichlich ein. Jeder sammelt seine Belege und nach der Reise rechnen wir mit Hilfe von Excel ab. Dort finden wir aber zunächst etwas zum verspäteten Mittagessen: Alle drei entscheiden sich für einen Angus-Burger. Ein ziemliches Geschmier, das enthaltene Spiegelei ohne Besteck zu sich zu nehmen. Aber lecker!

Weiter geht es am inzwischen fortgeschrittenen Nachmittag über Pergamino nach Venado Tuerto. Das letzte Stück nach Venado Tuerto ist gut ausgebaut. Dort wo die Baustelle endet gab es Gelegenheit zum Anhalten: Nicht nur die Pinkelpause war nötig, sondern auch die Beobachtung und Fotografie des farbenprächtigen Dämmerungshimmel.

Abenddämmerung auf dem Weg nach Venado Tuerto

Wir sind schließlich froh in Venado Tuerto angekommen zu sein. Das Hotel Riviera, das wir über booking.com gebucht hatten entpuppt sich als wahre Bruchbude mit Lost-Place-Flair, da wird das ein oder andere Gebäudeteil seit 100 oder mehr Jahren in Gebrauch sein, ohne dass nachgebessert worden wäre. Der Aufzug ist ein Abenteuer: Die Tür ist eine einfache Holztür ohne Verbindung zur Kabinentür, die aus einem einfachen Schiebegitter besteht. Kalt-Duschen und Kalt-Schlafen ist für mich angesagt in Zimmer 214. Sämtliche mitgenommenen Pullover müssen herhalten, mangels ausreichender Bettdecke, die lediglich aus einem Bezug besteht.

Venado Tuerto (links das Hotel Riviera)

Abends noch Essen und Überlegungen für den morgigen Eclipse-Tag. Wir werden wohl bleiben und erkunden drei Seen, zwei kleinere westlich und einen größeren südlich der Stadt. Aber die Entscheidung soll morgen früh fallen. Meine erste Nacht in Argentinien findet in einer Mischung von Zeitenflair der letzten 100 Jahre statt, auf jeden Fall ein Erlebnis. Minus drei Sterne könnte dieses dennoch sympathische Hotel vielleicht zuwege bringen.

Dienstag, 2. Juli 2019

Frühstück am Eclipse-Tag, das heißt in Argentinien, so wie bereits 2017 erlebt, Eclipse im Fernsehen auf den Bildschirmen im Frühstücksraum, oder in der Hotel-Lobby. In einer offensichtlichen Liveübertragung ist  zu sehen wie die Sonne kurz vor Aufgang noch hinter einem trockenen Bergrücken steht. Während des Frühstücks entscheiden wir, in der Nähe von Venado Tuerto zu bleiben, denn die Wettermodelle haben sich auf einen klaren Himmel konvergiert, lediglich bei zwei Modellen löst sich eine kleinere Wolkenfläche von Südwesten auch in Richtung Nordwesten wie ein Tropfen in die Sichtlinie hinein, etwa über Rio Cuarto (wegen der geringen Horizonthöhe müssen wir die Wolken in der Ferne berücksichtigen).

Frühstücksraum im Hotel Riviera in Venado Tuerto

Aufzugfahrt im Hotel Riviera in Venado Tuerto

Wir fahren los, wollen in Richtung eines südlich des Ortes an der Straße gelegenen Sees bei San Eduardo. Das Navi ist immer wieder überfordert und kennt mal eine Einbahnstraßenregelung nicht, mal die ein oder andere Straße nicht. Sind wir schon am Ziel? Der Pfeil steht im „Nirgendwo“: Wir sind ja mitten in der Pampa!

Asphaltierte Straßen und planierter Boden wechseln sich ab. An einer Bahnlinie zeigt es als kürzesten aber am längsten dauernden Weg noch 17 Kilometer über eine Staubstraße an – Wir kehren um und suchen einen längeren, aber schnelleren Weg und kommen in westliche Richtung aus dem Ort heraus. Und entdecken dort einen Feldweg in Richtung eines kleinen Sees, nur einige hundert Meter von der Straße entfernt.

Staubstraße bei Venado Tuerto - hier fahren wir nicht weiter

Wir fahren den Weg entlang, steigen aus und laufen in Richtung See. Alexander ist am weitesten vorne. Zahlreiche Seevögel steigen auf. „Das ist unser Standort“ ist eine erste Einschätzung. Die Peilung anhand Alexanders Handy zeigt an, dass der Eclipse-Sonnenuntergang jedoch links von einer Baumgruppe stattfindet, wo sich am Horizont eine Stromleitung befindet. Alles passt, nur die Stromleitung würde sich nicht gut in unseren Sonnensicheluntergangsbildern machen.

Alexander Birkner und die Vögel

Es ist etwa 11 Uhr, wir haben noch mehrere Stunden Zeit um einen passenden Ort zu finden. Wir versuchen erst einen anderen, weiter von der Straße gelegenen See zu finden, kommen über einen parallel verlaufenden Feldweg aber nicht heran: Zu groß sind schließlich Schlaglöcher und Pfützen, es geht nur noch zurück.

Wasserbefüllte Schlaglöcher - hier fahren wir nicht weiter

Staubstraße westlich von Venado Tuerto

Jetzt noch den ursprünglich avisierten See bei San Eduardo besichtigen: Über eine Staubstraße, die zwei Asphaltstraßen südwestlich des Ortes miteinander verbindet kommen wir schließlich über eine sehr gut ausgebaute wenig befahrende Straße nach San Eduardo. Dort jedoch ist der See schlecht zugänglich: In Sichtweite, aber hinter Zäunen und Sumpfflächen nicht erreichbar. Auf der andere Seite der feldwegartigen Straße sind einzelne Häuser und Hütten und eine Schweineweide. Am meisten bin ich besorgt wegen der freilaufenden Hunde. Die könnten für die Eclipse-Beobachtung sehr hinderlich werden. Wir biegen links von der Strecke wieder in Richtung der nach Süden verlaufenden Hauptstraße ab. Ein Graben der grasbewachsenen Straße ist zu tief für unsere Stoßstange. Nach ein paar Meter merke ich als Fahrer: Wir haben was verloren!

Das Teil inspiziert, geholt, und mit Hilfe von Alexander schnell wieder am Auto montiert. Kunststoff: Lässt sich glücklicherweise wieder sicher einklinken, und die Fahrt geht wie geplant weiter. Der Wind nimmt zu, Staubfahnen lösen sich von den Sandstraßen. Auch weiter im Westen finden wir keinen Zugang zu diesem See. Wir kehren um und fahren durch San Eduardo (wo schlagartig die Erdpiste zur autobahnartig gut ausgebauten Straße wird) zurück an unseren ersten Standort und werden dort die Sonnenfinsternis beobachten.

Auf der Verbindungs-Sandstraße fahren wir in die andere Richtung zurück. Hildegard Werth erinnert ein Fotomotiv mit einem Signalhäuschen an einer einsamen Bahnstrecke nahe eines Bahnübergangs. Wir machen Fotostopp. Wann hier wohl der letzte Zug fuhr? Jeden Moment könnte einer kommen: Bahnübergang ist Bahnübergang!

Bahnstrecke westlich von Venado Tuerto

Bald sind wir wieder kurz auf der Hauptstraße und erreichen dann wieder den See für unsere Eclipse-Beobachtung. Da wir ja einige Stunden zuvor dort bereits waren kennen wir die Situation und fahren mit dem Auto bis nahe an den See heran.

Jetzt zeigt die Peilung auf Alexanders Handy einen günstiger gelegenen Sonnenfinsternisuntergangspunkt an. Da die Sonne aus dem Livebild auch jetzt nicht genau auf der angezeigten Sonnenbahn liegt ist das weiter mit Unsicherheit behaftet. Egal, wir bleiben hier, das ist die beste Option die wir jetzt haben.

Unverfinsterte Sonne über dem See westlich von Venado Tuerto

Wir haben noch ca. 2 Stunden Zeit. Im und am Auto nutzen wir unsere Proviant- und Wasservorräte und haben Zeit uns auf das bevorstehende Himmelereignis vorzubereiten. Am meisten Sorge bereitet der Wind. Zwischen Pampagras gibt es einige Ecken mit Blick auf den See und die Richtung des Sonnenfinsternisuntergangs. Dort hingekniet spüre ich, dass dort deutlich weniger Wind hinkommt. Das war ein guter Hinweis von Alexander, denn der Wind erreicht gefühlt fast Sturmstärke, ein No-Go für auch nur etwas länger als der Kehrwert der Brennweite aufgenommene Bilder, mal abgesehen von zu erwartendem Gewackel in den Videos.

Unser Blick zur Sonne am 02.07.2019

Gegen 15 Uhr beginnen Alexander Birkner und ich mit dem Aufbauen unserer Beobachtungsinstrumente. Hildegard Werth bleibt am Auto und hat mit einem iPhone die leichteste Ausrüstung. Nach und nach steht ein Stativ neben dem anderen (Video von Hildegard Werth). Meine GoPros postiere ich weiter vorne am sehr flachen Ufer des Sees, montiert auf einer Schiene auf einem Gorillapod. Ich merke, dass der Wind etwas gedreht hat und mich ein wenig mehr von vorne erreicht. Also geht es ein paar Meter zurück, und das Auto ein paar Meter vor. Den meisten Windschatten liefert jedoch das Pampagras. Es ist erstaunlich wie stark es den Wind dämpft. Millionen Jahre Evolution scheinen hier ihre effiziente Lösung zu präsentieren.

Beobachtungsort im Pampagras

Beobachtungsort im Pampagras (GoPro Weitwinkel-Aufnahme)

Als dann alles aufgebaut ist geht es auch mal wieder ins Auto. Zum ersten Kontakt um 16:33 Uhr sind wir an unseren Plätzen und die ersten Fotos der gerade begonnenen Sonnenfinsternis entstehen. Immer wieder schön! Und erstaunlich wie schnell der Mond „in die Sonne“ hereinwandert.

Beobachtungsinstrumente während der ersten partiellen Phase


Erste Partielle Phase

Mein Feldstecher kommt per Projektionsmethode zum Einsatz. Auf der Motorhaube tanzen zwei Sonnenfinsternisse im Wind, gar nicht einfach die einmal gefundene Position bei dem starken Wind zu halten (Video von Hildegard Werth).

Wir bekommen Besuch. Es stellt sich ein junges argentinisches Social-Media TV Team vor und fragt nach einem Interview, was Alexander sofort zusagt. Sie sind sehr nett und fragen ob sie bei mir filmen können. Andere Leute kommen hinzu. Zeitweise laufen vier kleine Hunde durch die Gegend, die anscheinend zu jemandem von diesen gehören. Eine kurze Vorstellung, und wir geben ihnen unsere Visitenkarten. Ich gebe ihnen meine eclipseland-Karte ohne Namen, was später wohl dazu führte, dass bei einer Sequenz mit Alexander und mir bei mir der Name von Hildegard Werth eingeblendet wurde, obwohl sie gar nicht im Bild war. Der Beitrag wurde am 5. Juli von Alexander in unsere WhatsApp Gruppe gegeben.

Nun geht es gegen 17:30 Uhr: Zeit sich für die totale Phase klar zu machen. Wie geplant schalte ich etwa 6 Minuten vor Totalität die beiden GoPros ein und gebe Alexander eine mündliche Info dazu. Bei der Zeitplanung helfen mir seine Ansagen der Uhrzeit. Ich schalte nun auch die auf einem separaten Stativ montierte Sony DSC-HX90 und den Timer für die Time-Lapse-Aufnahme der Canon EOS450D mit 75-300mm Teleobjektiv ein. Der Timer funktioniert jedoch offensichtlich nicht korrekt. Statt alle zwei Sekunden wird jede Sekunde eine Aufnahme gemacht, was die Kamera immer wieder zu einer Pause zwingt. Ich wechsele die Batterie, probiere verschiedene Einstellungen und kann den Effekt nicht beheben. Immerhin werden Aufnahmen gemacht. Ich muss es so lassen, denn der zweite Kontakt nähert sich: Die Sichel ist zusammengeschrumpft, vielleicht noch eine Minute bis Totalität. Ich nehme den Filter vom Walimex ab und löse aus.

Kurz vor dem zweiten Kontakt

Dann schalte ich spontan auf Video um und sehe den schmalen Streifen Sonnenlicht auf dem Display verschwinden. Ein Blick nach vorne: Live und in 3D (Nachtrag vom 16.07.2019: muss natürlich heißen: "Live und in 4D"): Da kommt der Schatten von links unten und erfasst die Sonne: Die Korona blüht auf. Wow! Wie eine zarte Blume, noch eben in grellem orange und gelb ist jetzt blau angesagt: Kranz mit Fasern, wie eine Kornblume. Es verbindet sich die Korona nun auch mit den Cirrenfeldern, die die Sonne mit dem zweiten Kontakt erreicht hat. Die Finsternis überstrahlt die Wolken. Darunter der See mit Wellengang. Glücklicherweise hat der Wind nachgelassen. Er ist aber noch deutlich spürbar. Hildegard Werth hat diesen Moment mit dem iPhone als Video festgehalten.

Mehrere Fotos noch mit dem Walimex gemacht, mit verschieden Belichtungszeiten, und erhöhter ISO-Zahl wegen des Windes. Der Wechsel auf das Weitwinkel gelingt, jedoch nicht die Fixierung der Kamera auf dem bereit stehenden Stativ. Aber das Stativ hilft, sie mit der Hand zu fixieren. Noch einige Weitwinkelaufnahmen bei 10mm und 20mm, obwohl ich ursprünglich nur 20mm geplant hatte. Schnell ist gezoomt und doch noch eine andere Variante umsetzbar. Doch da kommt das Licht wieder von unten links. Die Wolken dort sind angestrahlt, erreichen den Rand der Eclipse und die Korona erlischt. Doch nicht ganz: Oberhalb der Wolke die sich vor die sich entwickelnde Sonnensichel geschoben hat ist noch der schwarze Mond zu sehen: Über der Wolke ragt die Korona heraus! Bis ich wieder die Kamera am Walimex habe ist die Wolke weiter über die schwindende Eclipse gezogen und nur eine kleine Ecke Korona ist noch zu sehen. Doch unten links ist die Wolke dicht genug, um die untere Spitze der Sonnensichel so stark abzublenden, dass sie sichtbar, und nicht überbelichtet wird.

Nach dem zweiten Kontakt ist die Chromosphäre noch durch Mondtäler sichtbar

Sonnenfinsternis 2019 an einem See westlich von Venado Tuerto, Argentinien

Sonnenfinsternis 2019 (bei 650mm): Wolken und Korona scheinen den schwarzen Mond zu umhüllen

Sonnenfinsternis 2019 (bei 650mm)

Protuberanzen und innere Korona

Weitwinkelaufnahme bei 10mm

Weitwinkelaufnahme bei 10mm

Kurz vor dem dritten Kontakt: Links unter der Sonnenfinsternis werden die Wolken bereits wieder von direktem Sonnenlicht angestrahlt (Weitwinkelaufnahme bei 20mm)

Kurz nach dem dritten Kontakt ist die Korona noch sichtbar

Nach dem dritten Kontakt ist die Sichel hinter einer Wolke, ein Stück Korona ragt noch heraus (die Sichelspitze rechts unten ist stark genug von der Wolke gefiltert sodass man sie sieht)

Schmale Sonnensichel im Wolkenfilter

Die Sichel wandert weiter Richtung Horizont und wandert durch die von links ziehenden Wolken, mal so stark gedämpft, dass sie ohne Filter noch fotografiert werden kann, aber oft geht das nur mit Filter, es ist ein Hin-und-Her mit Filter-ab Filter-auf, aber insgesamt doch noch recht entspannt. Die Sichel wird dicker und nähert sich einer Baumgruppe am Horizont. Schließlich lässt sie sich in den horizontbedingt dicker werdenden Wolken immer noch ausmachen bis sie hinter dem linken Ende der Baumreihe verschwindet.

Timelapse mit einer Canon EOD450D und Canon 75-300mm Telezoom bei ca. 125mm (die Sprünge kommen durch die unregelmäßige Auslösung): die Eclipse ist 5 mal langsamer als der Rest der Sequenz dargestellt.

Videoaufnahme der Sony DCR-HX90, Zeitraffer, zur Totalität auf Normalgeschwindigkeit reduziert

Der Kernschatten zieht über die Landschaft (32x Zeitraffer mit GoPro HERO 3+)

Der Kernschatten lässt Jupiter sichtbar werden und entschwindet in den Weltraum bevor Schatten von horizontnahen Wolken einen Strahlenkranz um die Gegensonne herum erscheinen lässt (Zeitraffer 64x mit GoPro HERO 7)

 

Zweite partielle Phase über dem See

Zweite partielle Phase: Sonnensichel und Bäume

Die Sonnensichel geht links von einer Baumgruppe unter

Die Sonnensichel ist hinter den Bäumen verschwunden, die Seevögel fliegen umher

Doch mit dem Sonnenuntergang endet die fantastische Himmels-Show noch nicht! Die von der partiellen Sonnenfinsternis von unten angestrahlten Wolken geben ein grandioses Bild in kräftigsten gelb-rot und orangenen Tönen ab. Und dann kommen Sonnenstrahlen hinter den Wolken heraus, über den ganzen Himmel hinweg und treffen sich im Punkt der Gegensonne wenige Grad über dem Osthorizont wieder: Rosa auf hellblau!

Die Wolken werden von der bereits untergegangenen partiellen Sonnenfinsternis angestrahlt

Sonnenstrahlen treffen sich im Punkt der Gegensonne

Die Sonnenstrahlen kommen hinter den Wolken hervor

Wolken und Sonnenstrahlen am Dämmerungshimmel

Die Sonne sinkt weiter unter den Horizont und erste Sterne kommen heraus. Sirius spiegelt sich im See – der Wind ist verschwunden und die Milchstraße kommt heraus. Ich habe die Zeit der Dämmerung genutzt, mein Equipment wieder einzupacken, bis auf ein Stativ (das alte aus den 1980er Jahren), auf dem ich nun lang belichtete Sternenaufnahmen mache. Die Milchstraße erhebt sich vom Westhorizont hoch in den Süden, wo das Kreuz des Südens strahlt. Weiter im Osten ist Jupiter und der Skorpion zu sehen, aber durch das künstliche Licht von Venado Tuerto eingeschränkt.

Milchstraße über dem See mit Spiegelbild von Sirius

Jupiter über dem Licht von Venado Tuerto

Kreuz des Südens

Große Magellansche Wolke

Jupiter in Scorpius

Milchstraße über dem See, links am Horizont Lichter von Autos und LKWs

Erstaunlich viel nächtlicher LKW-Verkehr bevölkert die einige hundert Meter entfernte Straße. Die Scheinwerfer bewegen sich entlang des Horizonts unter den Sternen hinweg. Im Westen steht der Löwe Kopf. Auch hier strahlt hin und wieder irdisches Licht den Sternen hell entgegen, doch der Südhimmel ist unglaublich klar. Lange Belichtungszeiten bei hoher ISO Zahl lassen Strukturen der Milchstraße erkennen, sowie andere kosmische Objekte: Kohlensack und große Magellansche Wolke sind zwei Beispiele.

Es ist kalt, und dunkel. Ich packe mit Hilfe des Lichts einer Kurbeltaschenlampe die letzten Sachen in den Koffer und es geht mit dem Auto zurück durch die Einbahnstraßen von Venado Tuerto ins Hotel (am Morgen hatten wir jeweils eine weitere Nacht gebucht). Wie gut, dass wir jetzt nicht noch einen weiter entfernten Ort aufsuchen müssen (die Milchstraßenbeobachtung wäre sonst sicher ausgefallen).

Abends im Hotel zum Abendessen gab es viele Gäste im Restaurant, die ein Fußballspiel (Argentinien gegen Brasilien) gesehen haben. Doch unsere Blicke waren auf unsere Videos gerichtet, die wir auf meinem Laptopbildschirm ansahen. Schöne Ergebnisse! Dennoch, nach einem 20-Stunden-Tag war es nun an der Zeit ins Bett zu gehen.

Mittwoch, 3. Juli 2019

Nach dem Frühstück sahen wir uns noch den Park von Venado Tuerto an. Am Eingang fielen uns drei Hunde auf, die sehr zutraulich umherstreunten und uns begleiteten, nachdem Hildegard Werth sie als Bildobjekt gewählt hatte. Einer mit markanter Kopffärbung in schwarz-weiß. Und schon gleich die Eclipse-Assoziation: Eclipse-Dog. Aber auch riesige Eukalyptusbäume, vielleicht älter als der Ort. Neben der benachbarten Kirche fiel mir ein Plakat auf, mit einem aktuellen Bild und ein Bild der Kirche im Bau, offensichtlich vor 120 Jahren aufgenommen.

Kirche in Venado Tuerto

Reiterstatue im Park von Venado Tuerto

Schriftzug "Venado Tuerto" mit "Eclipse Dog" im Park von Venado Tuerto

Eukalyptusbäume im Park von Venado Tuerto

Nach 2 Tagen als Fahrer löste Alexander mich heute ab. Für den Rückweg nach Buenos Aires wählten wir eine südlichere Route durch den Ort Junin. Unsere Wunschmotive: Pampagras, Ranchtore und Rinder wurden nach und nach realisiert. In einer Baumgruppe nisteten grüne Papageien, mit Nestern, die Öffnungen nach unten hatten. Eines konnte ich gut im Eclipse-Modus fotografieren, wobei jedoch nicht das Nest, sondern die Vögel die sich am Nesteingang postiert hatten mein Motivwunsch waren. Zuvor verfolgte ich mit dem Teleobjektiv einige große Vögel auf einem benachbarten Acker.

Navigationsgerät "in der Pampa"

Argentinischer Horizont (zwischen Veando Tuerto und Junin)

Straße zwischen Venado Tuerto und Junin

Vogel

Vögel auf einem Acker

Papagei mit Nest im "Eclipse-Modus" aufgenommen

Papagei mit Nest

Pampagras

Pampa neben der Straße

Etwas weiter auf der Strecke kamen wir an einem kleinen See vorbei. Wir hielten an, und im Safarimodus (d.h. aus dem Auto heraus bei geöffnetem Fenster) konnte ich einen Storch und einen gelben Kiebitz fotografisch festhalten.

Storch

Grüner Kiebitz (?)

Rinder hinter einem Gatter

In Junin fuhren wir in die Ortsmitte und fanden an einem Park ein Cafe, in dem wir eine Kleinigkeit zu uns nahmen, ich hatte Toastados (mit Käse und Schinken belegte gepresste Toasts). Krass schien die helle tief stehende Sonne durch die kahlen Bäume. Die Ziegelsteine der Gebäude und die langen Schatten gaben starke Kontraste. So wie in Deutschland vielleicht Mitte Februar oder Mitte Oktober.

Junin

Die Fahrt ging weiter Richtung Buenos Aires. An einer Straßenkreuzung konnten wir halten und erlebten den Sonnenuntergang hinter lockeren Wolkenbänken. Den Mond sahen wir uns weiter östlich an, als dieser das Dämmerlicht überwand und sichtbar wurde. Aus dem Autofenster heraus machte ich Fotos und eine Videosequenz mit fahrenden LKWs unter der Mondsichel.

Tief stehende Sonne hinter leichten Wolken (durch das Autofenster fotografiert)

Blick auf zwei Eukalyptusbäume und ein Windrad (aus dem fahrenden Auto)

Mond am 03.07.2019, einen Tag nach der Sonnenfinsternis

Es wurde wie sonst auch schnell dunkel, doch auf Buenos Aires zufahrend wurde das Streulicht stärker. Schließlich kamen wir bereits nach 20 Uhr im Posada de las Aguilas an und bezogen unsere Zimmer (ich hatte Zimmer 19 neben Alexander im Zimmer 20). Mit dem Abendessen schlossen wir den Tag.

Donnerstag, 4. Juli 2019

Noch ein gemeinsames Frühstück in der Gruppe, dann hieß es für Alexander aufbrechen, nach hause. Wir teilten den restlichen Proviant und die Wasserflaschen auf. Alexander übernahm den Mietwagen, um ihn am Flughafen abzugeben. Hildegard Werth und ich unternahmen eine Sightseeing Tour durch Buenos Aires. Dazu fuhr uns das Hotel Shuttle ein paar Meter, und wir bekamen den Übergang zu einer Bushaltestelle auf der anderen Seite der Autobahn gezeigt. Dort warteten wir in der Kälte, doch an einer Mauer der Fußgängerbrücke kam Sonne an, und die wärmte ein wenig.

Fußgängerbrücke über die Autobahn

Der Bus fuhr uns nach Buenos Aires zum Obelisken. Von dort aus ging es zu Fuß weiter zur Station des Sightseeing Busses in einer abzweigenden Straße. Doch bevor wir den aufsuchten sahen wir eine Demonstrationsgruppe am Obelisken, und dann sahen wir an der Ecke zu der Seitenstraße wie sich eine Gruppe Polizisten aufstellte, ganz in schwarz, im Schatten vor den von der Sonne seitlich angestrahlten Gebäuden der entfernten anderen Straßenseite ein Bild für sich.

Am Obelisken in Buenos Aires (1)

Am Obelisken in Buenos Aires (2)

 

Siebenspurig warten die Autos auf die Fußgänger

"Post Eclipse Experience": Während Polizisten und Fußgänger im Schatten stehen strahlt der Obelisk im Sonnenschein

Zwischen Obelisk und Haltestelle für den Sightseeing-Bus in Buenos Aires

Im Vorbeigehen bemerkte ich, dass wir an einem klassischen Restaurant im 1920er Jahre Stil, ganz in Rot, vorbeikamen. Dort gingen wir dann rein und – es war schon nach 12 Uhr – und aßen zu Mittag. Ich hatte ein schnitzelflaches Hähnchen mit großen Pommes. Interessiert und fasziniert zugleich hörte ich Hildegard Werth zu, was sie erzählte: Sie hat so viele spannende Geschichten aus ihrem Berufsleben als Journalistin, zu wissenschaftlichen Themen: wie spannend doch unsere Welt ist, und die Menschen mit ihrer Art darin zu agieren. Aber auch ich kann erzählen, zum Beispiel über meine Vorfahren in Grabow, über die Nachwendezeit dort und meine heutigen Aktivitäten die Geschichte betreffend.

Es ist doch bemerkenswert, wie sich neben dem Interesse und der Faszination an Sonnenfinsternissen, andere Themen, die mich interessieren, auch die Themen von Alexander Birkner und Hildegard Werth sind – kein Wunder, dass wir uns in der kleinen Gruppe auf Anhieb so gut verstehen.

Die Rundfahrt mit dem Sightseeing Bus machten wir von Station 1 bis 13 mit, von dort aus war es nicht weit wieder zum Obelisken zu laufen: Durch Altstadt, Hafenviertel und Skyline-Gebiet. Buenos Aires: Eine sehr abwechslungsreiche Stadt in Art und Zustand der Gebäude, getaucht in das kontrastreiche Licht der tief stehenden Sonne, und eisig kalt auf dem seitlich offenen Oberdeck des Busses. Unten hätten wir nicht viel gesehen, da nahmen wir die Kälte in Kauf.

Sightsseing-Tour Buenos Aires (1)

Sightsseing-Tour Buenos Aires (2)

Sightsseing-Tour Buenos Aires (3)

 

Sightsseing-Tour Buenos Aires (4)

 

Sightsseing-Tour Buenos Aires (5)

Vor dem Rückweg gingen wir noch einmal essen, auch um wieder etwas aufzuwärmen. Vorher haben wir ein paar Minuten in einer Bank im Geldautomatenbereich hinter einer Glasscheibe gestanden, wo es schön warm war. Als zweites Mittagessen gönnte ich mir Spaghetti Bolognese.

Platz am Opernhaus in Buenos Aires

Dann gingen wir weiter zum Opernhaus, wo sich Hildegard Werth eine Karte für eine Führung am morgigen Tag kaufte (ihr Flug ging erst am Sonntag zurück). Und dann suchten wir die Station für den Bus zurück. Schließlich durch mehrmaliges Fragen (der entscheidende Hinweis kam von Rezeptionsmitarbeitern eines nahen Hotels) fanden wir die Busse in einem unterirdischen Busbahnhof. Ein Kleinbus brachte uns wieder nach Barrio Uno, dem Ortsteil wo das Posada de las Aguilas liegt. Das erreichten wir dann auch nach ein paar Minuten Fußweg. Auf dem Zimmer bemerkte ich, dass mein Kopfband, das mich noch in Buenos Aires so gut gegen den kalten Wind schützte nicht in den Taschen war, in denen ich es erwartete. Ich muss es auf dem Schoß gehabt haben und dann im Bus verloren haben, ärgerlich und schade (bisher hatte ich, insbesondere am Eclipse-Standort, alle Kleinteile gut im Griff und fehlende recht schnell wieder verfügbar).

Auch wenn ich von der Kälte inzwischen genug hatte, ging ich nur kurz auf das Zimmer, um dann vor dem Hotel auf einer Grasfläche die Mondsichel 2 Tage nach der Sonnenfinsternis zu fotografieren. Nach dem Abendessen (wieder Toastados) war die Folgenacht wieder kurz, denn nun habe ich diesen Bericht für den 1. Juli geschrieben. Alleine dafür 1 ½ Stunden, braucht eben alles seine Zeit. Und auch die Bilder müssen je bearbeitet werden bis sie im Bericht erscheinen können.

Mondsichel zwei Tage nach der Sonnenfinsternis

Mondsichel über der Autobahn zum Flughafen von Buenos Aires nahe des Posada de las Aguilas

Freitag, 5. Juli 2019

Freitag – Abreisetag, spätes Frühstück, vorher schon das meiste wieder gut verstaut. Bevor Hildegard Werth sich auf ihre zweite Buenos-Aires-Tour aufmachte saßen wir noch in der Hotellobby zusammen, bis das Shuttle sie wieder Richtung Bushaltestelle fuhr. Ich setzte meinen Bericht fort (erst in der Hotellobby, dann auf dem Zimmer), kam bis zur Totalititätsmitte und stelle ihn soweit online. Dann hieß es auschecken zum vereinbarten Zeitpunkt um 14 Uhr, und das Hotelshuttle fuhr mich zum Flughafen. Den Koffer aufgegeben, noch die letzte Wasserflasche ausgetrunken, dann durch Security und Passkontrolle, konnte ich am Gate noch ein paar WhatsApp Nachrichten loswerden. Alexander Birkner hatte das Video von Millennium TV, die uns am Finsternisort besuchten, gepostet, und das gab ich gerne weiter.

Mit dem Laptop auf den Knien schrieb ich weiter an meinem Bericht, und dann auch im Flugzeug, nur unterbrochen durch zahlreiche Fotogelegenheiten (Blick auf Buenos Aires und anschließend Sonnenuntergang und Dämmerungshimmel mit Mond über Brasilien in ca. 9400m Höhe). Bis zum Schlafen gegen 21 Uhr (2 Uhr MESZ) war ich mit meinem Bericht auf dem aktuellen Stand. Hat ein paar Stunden gedauert, ging dann aber doch zügiger als gedacht.

Buenos Aires (1)

Buenos Aires (2)

Buenos Aires durch ein Wolkenloch

Rio Parana de las Palmas

Sonne über dem Rio Uruguay

Sonnenuntergang in ca. 9400m Höhe (1)

Sonnenuntergang in ca. 9400m Höhe (2)

Mond in der Abenddämmerung über Brasilien

Abenddämmerung über Brasilien (1)

Abenddämmerung über Brasilien (2)

Samstag, 6. Juli 2019

Samstag – Ankunftstag. Nach der Flugnacht gab es einen Anflug über Paris und Luxemburg nach Frankfurt. Am Rhein südlich von Koblenz wurde eine Rechtskurve geflogen, sodass es beim Gegenanflug schöne Blicke auf den Taunus gab. Nun scheint die Sonne hoch vom weniger krassen Himmel, und es ist warm. Zurück im Sommer in Deutschland, dank südwestlicher Winde etwa eine ¾ Stunde früher als geplant.

Flugroute Buenos Aires - Frankfurt

Französische Atlantikküste

Paris

Mosel

Rhein und Koblenz (im Dunst am Horizont oben rechts das Siebengebirge bei Bonn)

Atzelberg im Taunus (siehe auch Sonnenuntergangsbild vom 26.06.2019 am Anfang dieses Berichts)

Feldberg im Taunus mit Königstein und Kronberg

Bad Homburger Kreuz (A5, A661)

Bei vielen anderen Reisen war es umgekehrt, jetzt geht die Rückkehr in Wärme und Sonne statt in Schmuddelwetter. Zu Hause angekommen sitze ich am Nachmittag in meinem Homeoffice und stelle diesen Bericht online. Über WhatsApp kommt die Nachricht von Hildegard Werth, die noch einen ergiebigen Tag in Buenos  Aires erlebt hat, dass es in Venado Tuerto in der letzten Nacht -3,4° gegeben habe. Da kann ich mich doch jetzt bei 32 Grad erst einmal wieder gut aufwärmen!

Stephan Heinsius

Bericht vollständig erfasst am 06. Juli 2019. Bilder vollständig ergänzt am 16. Juli 2019.

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