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Menorca Sunset Eclipse

Erlebnisbericht von der totalen Sonnenfinsternis am 12. August 2026 in Cap d'en Font (Menorca) / Spanien

 

Samstag, 8. August 2026

Der Sommer 2026 zeigt sich als ein heißer mit viel Sonnenschein und Temperaturen teils über 40 Grad. Der Kampf gegen die Trockenheit, um die Pflanzen zu retten, die eine Ernte bringen sollen, oder zumindest ein paar schöne Blüten, erfordert eine regelmäßige Wasserzufuhr in Garten und Feld.

Die Sonnenblume im Garten öffnet ihre Blüte, 4 Tage vor der Sonnenfinsternis

Mond am Vormittagshimmel 4 Tage vor der Sonnenfinsternis

Doch für die Beobachtung eines Himmelsereignisses ist dieses Wüstenklima ideal, so zumindest meine bisherige Erfahrung und Annahme. Doch zwei, drei Wochen vor der totalen Sonnenfinsternis am 12. August 2026 häufen sich die Brände in Spanien und erreichen ungewöhnlich hohe Ausmaße. Bei allem Schrecken, rein auf die Beobachtung des astronomischen Ereignisses bezogen, sehe ich nun das Risiko, die Finsternis nicht zu sehen, durch Rauch und Staub unerwartet hoch.

Gerade für die totale Sonnenfinsternis, die in Spanien nur wenige Grad über dem Horizont stattfindet, ist das ein ganz neuer Punkt. Für meine geplante Beobachtung auf Menorca, bei nur 1,5° Höhe über dem Horizont schätze ich das Risiko für Dunst nicht unerheblich ein. Doch nun noch Rauch und Staub hinzu, wie würde das wohl werden? Aerosole durch Feuer können Himmelsfarben zum Sonnenuntergang besonders schön machen, doch keinesfalls sollte es zu viel sein, um den zarten Kranz der horizontnahen Korona nicht in Trübheit versinken zu lassen.

Bei Beobachtung der Wettersituation ab Anfang August zeigen mir die Vorhersagen für Menorca ununterbrochenen Sonnenschein an, bis über den Eclipse-Tag hinaus an. So eine gute Vorhersage hatte ich noch bei keiner meiner bisher erlebten 30 Sonnenfinsternisse gehabt. Glücklicherweise konnten die Brände etwa in der ersten Augustwoche eingedämmt werden, mit der Folge einer deutlich reduzierten Rauchentwicklung.  

So geschieht der Abflug am Vormittag des 8. August 2026 mit guter Zuversicht für die Beobachtung der Sonnenfinsternis in Menorca, zumal ja auch einige hundert Kilometer Meer die Insel vom Festland trennen. Auch die Nachricht, die mich ein paar Tage vorher erreicht, dass es in der Totalitätszone, einschließlich Menorca, zu Straßensperrungen ab dem Nachmittag des 12. August kommen soll, lässt mich unbeeindruckt, sehe ich uns in der privilegierten Lage für eine Woche mit Bekannten in ihrem Ferienhaus an der Südküste von Menorca wohnen zu dürfen.

Bereits zwei Tage vor Abflug beginne ich mein Beobachtungsequipment zu verstauen, immer wieder eine Herausforderung, die Dinge so zu verteilen, um die Gewichtsvorgaben der Fluggesellschaft einzuhalten. Da hilft mir die Packliste von 2024, denn das Equipment ist das gleiche wie zur totalen Sonnenfinsternis am 08. April 2024 in USA.

Reibungslos und sonnig die Reise von Frankfurt nach Mahon, über Mannheim, Karlsruhe, den Schwarzwald, und die Schweizer Berge auf die Insel im Mittelmeer. Erschreckend aber der Zustand der Landschaft zwischen Frankfurt und den Alpen: Gelb, braun, schwarz statt grün, Schnee nur auf den höchsten Aplengipfeln, und die reduzierten Gletscher sind nur noch als matte graue Flächen zu erkennen, Flüsse teilweise ausgetrocknet.

Darmstadt

Karlsruhe

Bodensee

Blick auf Alpengipfel mit Gletschern

Schiffe vor der Küste von Menorca

Hafen von Mahon

In Menorca angekommen werden wir von Bettina Gernandt abgeholt. Wir verbringen mit Bettina und Werner Gernandt eine gemeinsame Woche in ihrem Ferienhaus in Binisafua Playa (Binisafuller Platja), wenige Kilometer zum Flughafen entfernt. Ein Privileg für eine Eclipse-Reise. Seit 1999 das erste Mal, dass Freunde oder Bekannte ein Haus in der Totalitätszone haben und mir die Möglichkeit geben, ganz individuell vor Ort sein zu können.

Nach dem Einkaufen geht es ins Haus nach Binisafua Playa, mit Blick auf das Meer. Es ist sehr heiß, feuchte Meeresluft über 30 Grad. Nach der Ankunft geht es recht bald zum Schwimmen an den Strand, und die Freiluftduschen kommen immer wieder zum Einsatz.

Am Abend gehen wir zu Fuß in den Nachbarort Cap d'en Font, eine nach Süden ausgerichtete Halbinsel, mit Blick auf den Sonnenuntergang auf der Westseite. Der Sonnenuntergang über dem Meer bestätigt meinen ersten Eindruck nach der Landung, dass die Horizontsicht gut genug ist für einen hellen Sonnenuntergang. Etwas mehr als 1° über dem Horizont zeichnet sich dann eine Wolkenkante ab.

Blick auf die Küste östlich von Cap d’en Font

Straßenschild in Cap d’en Font

Sonnenuntergang am 8. August 2026 in Cap d’en Font

Dämmerungshimmel mit Venus in Cap d’en Font

In Cap d’en Font in der Abenddämmerung (Foto: Bettina Gernandt)

Stephan Heinsius in Cap d’en Font in der Abenddämmerung (Foto: Bettina Gernandt)

Wäre das am Finsternistag so, wäre es äußert knapp gewesen einen Blick auf die Korona zu erhaschen. Später kamen die Wolken vielleicht noch ein halbes Grad höher, genau das halbe Grad, das über Erfolg oder Misserfolg des Blicks auf die Totalität entschieden hätte.

Ich erkunde  noch das felsige Gebiet, das den Sonnenfinsternisblick verspricht. Etwa 50 Menschen sind auf dem Gebiet verteilt. Ich finde zwei für die Beobachtung geeignete Plätze und überlege, wann ich denn kommen müsste, um nach dem Motto „Frühes Kommen sichert die besten Plätze“ auch einen meiner Wunschplätze zu bekommen.

Tagsüber aufgrund der großen Hitze noch nicht angesagt, ging es am Abend auf die Dachterrasse, hier geht ein laues Lüftchen. Jedes Stückchen Abkühlung ist gefragt, nach dem Spaziergang nach Cap d’en Font.

Sonntag, 9. August 2026

Trotz Hitze gab es keine schlaflose Nacht, der Standventilator mag den entscheidenden Unterschied gemacht haben.

Ich nutze den Morgen, noch vor dem Frühstück, um auf der Dachterrasse für meinen geplanten filmischen Erlebnisbericht für die kommende Sonnenfinsternis meine einleitenden Worte aufzuzeichnen. Der Wind hatte über Nacht gewechselt, so kam der ein und andere Flieger vorbei, im Endanflug auf den Flughafen von Mahon (Menorca). Doch mit Ende der Aufzeichnungen heizt die Sonne immer mehr ein, 30° werden wohl schon erreicht sein.

Nach der Aufzeichnung für den geplanten Film

Diese Eclipse-Reise ist entspannt, viele Gespräche, gemeinsame Essen, Fotos berarbeiten, und diesen Bericht schreiben.

Blick auf Binisafua Playa

Auch heute wieder Schwimmen im warmen Mittelmeer, dieser Tag ist dank frischerem Windes besser erträglich als der gestrige. Und so vervollständigt sich dieser Bericht im Laufe des Tages. Ein gemeinsames Abendessen in einem Restaurant nur wenige Fußminuten entfernt macht kulinarische Spitzenleistung erlebbar, extrem lecker, das warme Abendessen ab 19 Uhr! Somit waren wir rechtzeitig vor Sonnenuntergang auf der Dachterrasse. Der Blick auf die Sonne ist durch einen leichten Saharastaub hindurch, kräftige Farben im Bereich des Sonnenballs sind die wunderschöne Folge. Bis auf etwa 1,5° Höhe lässt sich die Sonne verfolgen, die total verfinsterte Sonne würde hier wohl gerade hinter Bäumen verschwinden. Dennoch ein sehr schöner Sonnenuntergang. Wir bleiben auf der Dachterrasse, die Temperaturen sind angenehm geworden, Venus und die Sterne erscheinen, aber bei relativ starker Beleuchtung aus den umliegenden Gebäuden.

Sonnenuntergang am 09.08.2026 von der Dachterrasse in Binisafua Playa

 Sonnenstrahlen in der Abenddämmerung

Venus in der Abenddämmerung

 

Zentrum der Milchstraße mit dem Streifen eines startenden Flugzeugs

Montag, 10. August 2026

In der Morgendämmerung werde ich wach und nutze die Gelegenheit um den Mond zwei Tage vor der Sonnenfinsternis von der Dachterrasse aus aufzunehmen, bei nun angenehmen sommerlichen Temperaturen.

Mond am 10.08.2026 in Binisafua Playa

Dann kommt mir mehr und mehr ein Reim und eine Melodie in den Kopf, aus der ein neuer Eclipse-Song entstehen kann. Nach etwa einer Stunde ist das Bild des Werks abgerundet. Ich versuche die Melodie schriftlich festzuhalten. Ich müsste mal die Noten besser kennen und mir besseres Musikwissen aneignen. Ich glaube, ein ganz wenig habe ich in letzter Zeit schon gelernt, und die Verse machen vielleicht schon eine gute Vorgabe für Takt und Melodie, so meine optimistische Annahme. Doch die entscheidenden Zeilen kann und will ich nicht vorwegnehmen, denn ich habe die totale Sonnenfinsternis 2026 noch nicht erlebt. Sie dürfen erst nach dem Erlebnis entstehen.

Dann geht es weiter in einen wieder entspannten Tagesablauf, Frühstück, Duschen, Fotos bearbeiten und Schreiben, Schwimmen.

Am Abend wollen wir noch einmal zum Sonnenuntergang nach Cap d’en Font, doch etwa zwei Stunden vorher zeichnen sich auf dem Wetterradar Wolken ab, mit Gewittern, die sich verstärkend, von der spanischen Küste Richtung Balearen ziehen. Somit bleibt die Himmelsbeobachtung von der Dachterrasse. In der Tat hat sich gegen 19:30 eine Wolke genau dort platziert wo in zwei Tagen sich die Sonnenfinsternis abspielt. Diese Wolke hätte echtes Showstopper-Potential. Um 19:38, das wäre zu Beginn der ersten partiellen Phase steht, die Sonne am oberen Rand der Wolke, um wenige Minuten später hinter ihr zu verschwinden. Sogar ein paar Regenschleier entlässt die Wolke nach unten. Wie gut, dass nicht schon heute Sonnenfinsternis ist.

Sonne über einer Wolke zwischen Mallorca und Menorca um 19:38 MESZ

Um 20:14 erscheint die Sonne an der Wolkenunterkante in Regenschleiern, und verschwindet fünf Minuten in nach unten hin dichter werdenden Cirrus-Schichten. Der Sonnenuntergang bleibt heute hinter Wolken verborgen. Wir bleiben bis in die Dunkelheit auf der Terrasse, bei inzwischen angenehmen Temperaturen.

Sonne in Regenschleiern um 20:16 und 20:17 MESZ

Dienstag, 11. August 2026

Während der Morgendämmerung werde ich wieder wach und sehe auf der Dachterrasse nach dem Mond. Der zeigt sich als schmale Sichel mit Erdschein zwischen schwachen Wölkchen am blauen Morgenhimmel.

 Mond in der Morgendämmerung einen Tag vor der Sonnenfinsternis

Am Morgen checke ich die aktuellen Wettermodelle. Für das spanische Festland scheint sich die leicht bessere Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Sonnenfinsternisbeobachtung zu festigen. Der logistische Aufwand und die mit einer möglichen Ausweichoption (kurzfristig einen Flug nach Madrid, einen Mietwagen und ein Hotel zu finden) verbundenen Risiken bei angesagten 37° in Madrid rechtfertigen die leicht besser aussehenden Chancen nicht, zumal Gewittersituationen von den Modellen nicht gut vorhergesagt werden. Somit ist meine Entscheidung final, zur Beobachtung der Sonnenfinsternis auf Menorca zu bleiben. Ich stehe mit Alexander Birkner in WhatsApp Kontakt, der zusammen mit Renate Voigt und Wolfgang Ott nördlich von Madrid unterwegs ist. Wir tauschen uns u.a. bezüglich der Risiken aus. Keine Eclipsebeobachtung ist im Vorhinein garantiert, auch wenn Wetterapps für alle Tage Sonnensymbole anzeigen.

Nach dem Frühstück zieht am Vormittag ein Gewitterschauer südlich der Insel vorbei, es gibt es paar Regentropfen. Anschließend kommt von Westen wolkenfreier Himmel.

 

Gewitterschauer über dem Mittelmeer südlich von Menorca

Tagsüber geht es nach Mahon und Es Castillo. Unser ursprünglicher Plan in Mahon am Hafen Essen zu gehen scheiterte am fehlenden Parkplatz, dafür gibt es Blicke auf zahlreiche exotische Schiffe. Angeblich sind mindestens 50, vielleicht sogar 500 zur Sonnenfinsternis hier.

Schiffe im Hafen von Mahon

Wir essen dann im benachbarten Es Castillo, am deutlich kleineren Hafen. Hier liegen ein paar Boote. Es ist tierisch heiß, 34° bei feuchter Meeresluft, das ist schweißtreibend.

Es Castillo

Dann geht es einkaufen, Abkühlung durch Klimaanlage inklusive.

Am Abend gibt es eine kleine Generalprobe für die Sonnenfinsternis. Zuvor noch ein paar hilfreiche Utensilien aus dem Keller von Gernandts rausgesucht. Mobile Sitzgelegenheiten und Sonnenschirme sollen den Aufenthalt auf den heißen Felsen in den Stunden vor der Eclipse erleichtern.

In Cap den Font ist mein präferierter Beobachtungsplatz frei, etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang sind vielleicht 30 Menschen (später etwa 60) am Standort verteilt.

Mit den beiden Hauptoptiken bin ich dabei, dem Canon RF 100-500mm F4,5-7,1 L IS USM Tele bei 400mm hinter der Canon EOS R5 und das Walimex 650-1300mm f8-16 hinter der Canon EOS M50 bei 650mm (entspricht 1040mm auf Vollformat). Ich starte auf der R5 die Videosequenz für den Sonnenuntergang in 4K, entscheide mich doch für 4K, um einem möglichen Hitzeabbruch bei 8K vorzubeugen (die Sequenz soll 20-25 Minuten laufen). Und parallel manuell ausgelöste Aufnahmen durch das Walimex auf der Canon EOS M50: Bei 1/4000s, leicht hinter Cirren bereits ohne Filter sehr schon möglich. Um 20:32 MESZ steht die Sonne noch etwa 2 Grad hoch, ein halbes Grad höher als erwartet! Dass die Refraktion bereits in dieser Höhe über dem Horizont bereits so viel ausmacht, hätte ich nicht erwartet, somit wäre die Korona auf der Dachterrasse vielleicht doch noch gerade eben sichtbar.

Das ändert aber keinesfalls meine Standortpläne. Mit einem spektakulär am Horizont versinkenden Sonnenball verabschiedet sich die Sonne, nachdem der Erfolg der Generalprobe um 20:32 bereits feststeht: Die Totalität wäre durch leichte Cirren hindurch sichtbar gewesen, für die Schönheit des Anblicks wären das jedoch vermutlich nur geringe Einschränkungen gewesen. Und statt Meer ist doch noch ein sehr flaches Stück Land unter der Sonne zu sehen, ein Turm wird vom Sonnenball umhüllt. Wie sich nach Sonnenuntergang durch Detailsichtung der Bilder herausstellt ist es nicht der Leuchtturm im Südwesten der Insel, sondern ein Mobilfunkmast.

Generalprobe für die Sonnenfinsternisbeobachtung in Cap d‘en Font

Sonnenuntergang am 11.08.2026 in Cap d’en Font

Mittwoch, 12. August 2026

Nicht gut und wenig geschlafen in der Nacht vor der Sonnenfinsternis, es ist heiß, wenigstens ein wenig Wind durch den Ventilator. Aber kurz nach Sonnenaufgang gibt die Sonne ein kleines Vorspiel für den Abend: Lange verbirgt sie sich in einem Wolkenfeld aus Cumuli, mit spektakulären Schattenwürfen, die Luftfeuchtigkeit und die geriffelten Wolkenränder lassen die Sonnenstrahlen besonders kräftig werden. Die Spitze des Schornsteins des Nachbarhauses lässt sich genau an und unter den Standort der Sonne platzieren. Er wirkt wie ein Obelisk vor dem Mittelpunkt der Strahlenfächer.

Schattenwürfe am Morgen des 12. August 2026 in Binisafua Playa / Binisafuller Platja

Danach folgt gleich ein Update dieses Berichtes, das Frühstück, und wir hören etwas besondere Musik. Noch die Sichtung der neuesten Bilder und dann geht es ans Packen des Koffers mit dem Eclipse Equipment. 7 Kameras auf 6 Stativen sollen heute zum Einsatz kommen. Vorher noch das Mittagessen, wieder im Restaurante Opera wenige Minuten zu Fuß vom Haus entfernt.

Werner erkundet am Nachmittag den Beobachtungsplatz in Cap d’en Font mit dem Fahrrad. Noch ist niemand da. Das ist auch verständlich bei 36° und wolkenlosem Himmel. Keine Zelte oder Gegenstände für Platzreservierungen. Meine Schätzung ist, dass zur Sonnenfinsternis wohl 200 Leute hier sein werden. Mein ursprünglicher Plan, gegen 16 Uhr, mehr als 3 Stunden vorher am Ort zu sein, verschiebe ich um eine halbe Stunde nach hinten. Doch als wir von der Terrasse aus einen Reisebus in Richtung Cap d‘en Font fahren sehen, werde ich nervös. Die Sachen sind bereits gepackt, jetzt noch ins Auto geladen und losgefahren. Aber vorher gibt es noch ein Gruppen-Selfie auf der Terrasse, mit unseren Cap d’en Font Eclipse T-Shirts an, die ich nach einer Idee von Renate entworfen hatte. Leute aus einem Reisebus würden ja sicher nicht sofort das Feld stürmen, sondern viele eine Weile im klimatisierten Bus bleiben.

Eclipse Team 2026: Stephan, Renate, Bettina und Werner

Dann fahren wir los. Die Straße ist total leer, und die Zufahrt zu Cap d’en Font bis 19 Uhr geöffnet. Wir finden an der Straße mit dem Sonnenuntergangsblick in Cap d‘en Font sogar problemlos einen Parkplatz. Kein Reisebus, wie Werner vorhersagte, nur zwei Damen auf dem ganzen Felsenfeld. Die haben es sich gerade eben neben meinem präferierten Platz gemütlich gemacht. Den hätte ich trotzdem nutzen können, doch nur ein paar Meter weiter finde ich einen noch besseren Platz, der einen noch schöneren Vordergrund mit Blick auf den benachbarten Felsen und dessen Steilküste bietet. Dort gehe ich mit meinem Koffer in den Armen hin, Renate und Bettina begleiten mich mit meinen Rucksack, meiner Fototasche und weiteren Sachen. Neben meinem Equipment haben wir einen klappbaren Regiestuhl (für mich), drei Sonnenschirme und einige Sitzunterlagen mit. Und die machen uns den Aufenthalt auf den spitzen heißen Felsen erträglich, ebenso wie der frische Ostwind, der uns von hinten anbläst. Wie schön es doch ist, so liebe Unterstützung zu haben.

Ich beginne meine Stative aufzubauen. Wegen des Windes achte ich sehr auf mein Verpackungsmaterial. Zwischen den Aufbaupausen sitze ich im Stuhl und halte mir einen Sonnenschirm über mich, und muss den ganz schön festhalten. Gegen 17 Uhr kommen immer mehr Leute. Spätestens jetzt hätten wir hier sein müssen, um den Top-Beobachtungsplatz noch zu bekommen.

Zahlreiche Boote sind auf dem Meer, fahren oft durch das vom Meer reflektierte Sonnenlicht der immer tiefer stehenden Sonne.

Meinen Funkwecker habe ich ein einem passenden Felsenloch unter den Stativen windgeschützt platziert. So habe ich die Uhrzeit gut im Blick. Es ist noch Zeit, hin und wieder ein paar Stimmungsbilder von dem sich immer mehr füllenden Platz zu machen, als Foto und als Video. Und auch um diese über WhatsApp weiterzugeben. Doch so wie sich der Standort immer weiter füllt, wird das Netz immer langsamer.

Sonne über dem Meer in Cap d'en Font 12.08.2026 17:27 MESZ

Schiff an Cap d‘en Font im Sonnenlicht 12.08.2026 18:34 MESZ

Cap d‘en Font 12.08.2026 18:48 MESZ

Ich habe Sonne, Mond und Meer direkt vor mir und von der zunehmenden Fülle hinter mir bekomme ich nicht viel mit, denn ich bin damit beschäftigt, nun nach und nach meine Kameras auf die Stative zu montieren. Zum Einsatz kommen auf einem Gorillapod auf einer gemeinsamen Schiene montiert eine GoPro Hero 7 black edition mit Blick auf die Eclipse und das Meer und eine GoPro Hero 3+ black edition mit Blick auf das Land, einschließlich eines weißen Lakens, das Gernands zur Verfügung gestellt hatten, und ich über einen kleinen Felsen gespannt hatte. Vielleicht würden sich auf den Aufnahmen später fliegende Schatten entdecken lassen.

Dann kommt meine 18 Jahre alte Canon EOD 450D mit externer Timersteuerung zum Einsatz, alle 2 Sekunden soll ein Bild gemacht werden (mehr schafft die Kamera leider nicht auf Dauer). Meine Hauptkameras sind jedoch meine EOS R5 für ein 4K Video mit dem Canon RF 100-500mm F4,5-7,1 L IS USM bei 400mm, sowie meine Canon EOD M50 hinter dem Walimex 650-1300mm f8-16 für Fotos bei 650mm, manuell per Touch Screen ausgelöst, sowie eine weitere von Uwe Müller (Link folgt) ausgeliehene EOS R5. Diese hatte ich ursprünglich für ein 3D Video eingeplant, habe auch ein paar 3D Fotos mit dem (Dual Fisheye) aufgenommen, mich bereits vor ein paar Tagen aber doch lieber für eine Fotosequenz mit dem 24-105mm bei 105mm entschieden, denn diesen Brennweitenbereich fand ich zur Horizont-Eclipse dann doch wichtiger.

Sonne über dem Meer bei Cap d’en Font 19:20 MESZ

19:37:31 MESZ – Erster Kontakt, ich blicke auf meinen Funkwecker und zähle bis dahin die letzten 10 Sekunden herunter. Ein Video bei 1000mm läuft mit, doch leider ist der Autofokus noch an und die Bilder verschwimmen zeitweise. Aber der Mond ist pünktlich, bzw. die Berechnung von Xavier Jubier korrekt. Seine interaktiven Sonnenfinsterniskarten nutze ich seit Jahren, für mich immer wieder eine sehr hilfreiche Quelle.

Sonne um 19:36 MESZ (Canon EOS R5 mit Baader Filterfolie D=3,8 @1000mm ISO 400 1/1250s f14)

Erster Kontakt 19:37 MESZ (Canon EOS R5 mit Baader Filterfolie D=3,8 @1000mm ISO 400 1/1250s f14)

Auf beiden Langbrennweiten bekomme ich gestochen scharfe Bilder der ersten partiellen Phase. Das Seeing ist etwas rau, aber kein einziges Wölkchen trübt die fortschreitende Eclipse.

Erste partielle Phase (mit Baader Filterfolie D=3,8) 19:40 MESZ (Canon EOS R5 mit Baader Filterfolie D=3,8 @1000mm ISO 400 1/1250s f14)

Beobachtung der ersten partiellen Phase 19:49 MESZ

Erste partielle Phase (mit Baader Filterfolie D=3,8) 19:51 MESZ (Canon EOS R5 mit Baader Filterfolie D=3,8 @1000mm ISO 400 1/1250s f14)

Die Boote im Meer und die Menschen auf den Felsen werden immer mehr. Hin und wieder kommt ein Flugzeug hinter uns von Süden im Endanflug auf den Flughafen von Mahon angeflogen.

Erste partielle Phase (mit Baader Filterfolie D=3,8) über dem Meer (ungefiltert) 20:06 MESZ

Gegen 20 Uhr ist es bereits angenehm kühler, der Wind lässt nach. Die bräunlich gelbe Stimmung der Horizont-Sonnenfinsternis, so wie ich sie schon in Argentinien 2019 (Link) erlebt habe, ist allgegenwärtig. Die Leute nutzen ihre Sonnenfinsternisbrillen, und ich auch. Durch die Brille hindurch ist die Reflektion des Sonnenlichts auf dem Meer unterhalb der Sonnensichel zu sehen, ein fantastischer Anblick! Und den bilde ich auf der Kamera nach. Dafür kommt mein für die ringförmige Sonnenfinsternis 2023 gebauter Sonnenfilter zum Einsatz. Er ist so gebaut, dass er derart gehalten werden kann, dass er den Himmel filtert, jedoch nicht den Bereich unter dem Horizont. Ich nutze die EOS R5 von Uwe, die bereits mit dem 24-105mm Zoom ausgerüstet ist und mache Halbfilter-Aufnahmen bei verschiedenen Brennweiten.

Erste partielle Phase (mit Baader Filterfolie D=3,8) 20:09 MESZ (Canon EOS R5 mit Baader Filterfolie D=3,8 @1000mm ISO 400 1/500s f14)

Erste partielle Phase (mit Baader Filterfolie D=3,8) 20:20 MESZ (Canon EOS R5 mit Baader Filterfolie D=3,8 @1000mm ISO 400 1/320s f14)

Erste partielle Phase mit Cirren (mit Baader Filterfolie D=3,8) 20:25 MESZ (Canon EOS R5 mit Baader Filterfolie D=3,8 @500mm ISO 400 1/20s f14)

Erste partielle Phase mit Cirren 20:25 MESZ (Canon EOS R5 @500mm ISO 400 1/1000s f14)

 

Erste partielle Phase mit Cirren 20:26 MESZ (Canon EOS R5 @500mm ISO 400 1/6400s f14)

Nun wird es Zeit, die kritische Phase meines Beobachtungs- und Aufnahmeprogramms zu beginnen. Um entspannter zu sein, plane ich kurzfristig um und bringe beide GoPros bereits gegen 20:10 MESZ, ca. 10 Minuten früher als geplant, zum Einsatz. Akkus und Speicherplatz sollten das problemlos hergeben. Dann montiere ich den Tele-Extender für das 100-500mm an meiner R5 ab, mache noch ein paar Aufnahmen mit Filter und nehme diesen dann auch ab, ebenso an der EOS M50. Ein paar Cirrenstreifen begleiten nun die schmale Sonnensichel, bereits ohne Filter gut fotografierbar. Dann starte ich die Timer an der EOS 450D (1 Bild / 2 Sekunden) und Uwes EOS R5 (1 Bild / 1 Sekunde). Es wird dunkler, der Mondschatten naht!

Alle 6 Kameras sind in Action und ich bin bereit an der siebten um bei 650mm manuell auszulösen. Von rechts unterhalb der Sonne ist die Dunkelheit schon zu erkennen, und schwupp, ist sie über die Sonne, und die Menge jubelt. Mich reißt es mit und meine Arme gehen in den Himmel.

Erste partielle Phase über dem Meer und dem Leuchtturm von Far d' Artrutx 20:28 MESZ (Canon EOS R5 @400mm ISO 400 1/640s f10)

Erste partielle Phase mit Cirren 20:29 MESZ (Canon EOS M50 @650mm ISO 100 1/3200s f8)

Perlschnur und Chromosphäre 20:30 MESZ (Canon EOS M50 @650mm ISO 100 1/125s f8)

Zweiter Kontakt 20:30 MESZ (Canon EOS 450D mit Sigma 10-20mm 1:3.5 DC HSM @10mm ISO 200 1/4s f3,5)

Diamantring zum zweiten Kontakt (untere Hälfte durch Cirren verdeckt) 20:30 MESZ (Canon EOS R5 mit Canon RF 24-105mm F4 L IS USM @105mm ISO 100 1/5s f4 (=Auto -2, +2 Blenden nachbelichtet))

Doch ich möchte ja weiter auslösen, stelle die Belichtungszeit herunter, verschiedene Belichtungszeiten, bis auf 0,4 Sekunden, nicht länger um ein Verschwimmen durch die Erdrotation zu vermeiden. Doch mit den verschwitzten, teils sogar zittrigen Fingern (Eclipse-Fieber am Höhepunkt) ist das Auslösen nicht ganz ruhig möglich (Später stelle ich fest, dass so einige Aufnahmen verwackelt sind).

Aber die Korona ist nicht vollständig sichtbar. Nur oben und unten, in der Mitte geteilt durch ein Cirrenfeld, das wie ein schwarzer Streifen alles hinter sich verdeckt. Aber der Mond ist in seiner vollen Rundung zu erkennen. Der Mondschatten steht trichterförmig am Himmel, dann steht er nach links über die Venus hinweg ausgerichtet über dem Meer. Aber er kommt mir schwächer als 2019 in Argentinien vor. Liegt es an der vermutlich höheren Luftfeuchtigkeit oder dem Cirrenfeld, das das Licht anders verteilt? Vielleicht täuscht auch nur die Erinnerung (in die ja auch Fotos eingeflossen sind)?

Korona und Protuberanzen, in der Mitte durch ein Cirrenfeld verdeckt 20:31 MESZ (Canon EOS M50 @650mm ISO 500 1/5s f8)

Totale Sonnenfinsternis 2026 20:31 MESZ (Canon EOS 450D mit Sigma 10-20mm 1:3.5 DC HSM @10mm ISO 200 0,6s f3,5)

Totale Sonnenfinsternis 2026 20:31 MESZ (Canon EOS R5 mit Canon RF 24-105mm F4 L IS USM @105mm ISO 100 1/2s f4 (=Auto -2, +2 Blenden nachbelichtet))

Korona 2026, in der Mitte durch ein Cirrenfeld verdeckt 20:31 MESZ (Canon EOS M50 @650mm ISO 500 1/2s f8)

Dritter Kontakt 20:30 MESZ (Canon EOS 450D mit Sigma 10-20mm 1:3.5 DC HSM @10mm ISO 200 1/2s f3,5)

Diamantring zum dritten Kontakt (durch Cirren geschwächt) 20:32 MESZ (Canon EOS R5 mit Canon RF 24-105mm F4 L IS USM @105mm ISO 100 1/4s f4 (=Auto -2, +2 Blenden nachbelichtet)

Sonnensichel und Korona in Cirren 20:32 MESZ (Canon EOS M50 @650mm ISO 500 1/2s f8)

Und der Mondschatten wandert weiter, von rechts kommt die Helligkeit, eine neue, nach links geöffnete Sichel aus Licht öffnet sich. Die Korona ist nicht mehr zu sehen, und die Sichel steht in den Cirren. Die Dunkelheit hält sich noch etwas im Bereich der Venus und verblasst weiter.

Zweite partielle Phase mit Cirren 20:36 MESZ (Canon EOS M50 @650mm ISO 400 1/1000s f8)

Anders als bei anderen totalen Sonnenfinsternissen steht jetzt der Sonnenuntergang (bei 71,7% Verfinsterung) mit Haiflosseneffekt an. Die Sichel wächst weiter, fällt langsam aus dem Cirrenfeld heraus, und steht dann glasklar zwischen Cirren und Meer. Ein winziger Streifen Land ist am Horizont noch sichtbar. Boote fahren unter der Sonnensichel hin und her. Ein wunderbarer Anblick.

Menorca Sunset Eclipse 20:39 MESZ (Canon EOS M50 @650mm ISO 400 1/1000s f8)

Menorca Sunset Eclipse 20:40 MESZ (Canon EOS M50 @650mm ISO 400 1/125s f8)

Menorca Sunset Eclipse 20:40 MESZ (Canon EOS 450D mit Sigma 10-20mm 1:3.5 DC HSM @10mm ISO 200 1/60s f5)

Menorca Sunset Eclipse 20:40 MESZ (Canon EOS R5 mit Canon RF 24-105mm F4 L IS USM @105mm ISO 100 1/200s f5 (=Auto -2, +2 Blenden nachbelichtet))

Menorca Sunset Eclipse 20:41 MESZ (Canon EOS M50 @650mm ISO 400 1/2000s f8)

Sie berührt den Horizont neben einer Baumgruppe und einem Funkmast, die beide gerade so über den Horizont ragen. Gestern stand der Sonnenball noch weiter rechts und der Funkturm genau in ihm. Heute ragt schließlich eine immer kleiner werdende Sichelspitze über dem Horizont, wie ein riesiger langsam abtauchender Feuerhai. Ein grandioser Schlussakkord für das heutige Himmelsschauspiel, der Menorca Sunset Eclipse in Cap d’en Font. Der tosende Beifall des Publikums ist dem Himmel gewidmet, der uns dies ermöglicht hat.

Menorca Sunset Eclipse 20:41 MESZ (Canon EOS M50 @650mm ISO 400 1/250s f8)

Menorca Sunset Eclipse 20:41 MESZ (Canon EOS M50 @650mm ISO 400 1/2000s f8

Menorca Sunset Eclipse 20:42 MESZ (Canon EOS M50 @650mm ISO 400 1/250s f8)

Haiflossen-Sonnenuntergang 20:43 MESZ (Canon EOS M50 @650mm ISO 400 1/125s f8)

Haiflossen-Sonnenuntergang zwischen Bäumen an einem Funk- und einem Strommast 20:43 MESZ (Canon EOS M50 @650mm ISO 400 1/125s f8)

Schade, dass die Korona so abgeschwächt war, aber dankbar bin ich, dass der Mond als komplette Rundung erkennbar war. Es war ganz knapp, nur wenig mehr Cirren wären einen Showstopper gewesen.

Ich komme schnell ins Gespräch mit anderen Leuten. Bereits vor dem ersten Kontakt werde ich angesprochen, aber auch nach Sonnenuntergang. Es war die Frage nach dem Sonnenuntergangspunkt. Nach Sonnenuntergang werde ich auf unsere T-Shirts angesprochen, junge Leute aus der Region Barcelona, die in Cap d’en Font ein Ferienhaus haben. Wir hatten ja noch ein Damen-T-Shirt übrig, und ich dachte, der jungen Frau, die mich nach dem T-Shirt fragte, könnte ich es doch anbieten. Und sie nahm es gerne. Wie schön, dass ich jemandem damit eine Freude machen konnte und das T-Shirt eine glückliche Besitzerin gefunden hat. Das war noch einmal ein Gruppenbild wert, mein Vorschlag dafür wird schnell gerne angenommen. Ich übergebe einem der Männer aus ihrer Gruppe mein Handy, der Fotos macht, aber auch andere Handys werden gezückt, sodass ich annehme, dass auch in der Gruppe der Moment dokumentiert bleibt, wir haben keine Kontaktdaten ausgetauscht.

Nun beginne ich mit dem Abbau, die beiden getimten Kameras lasse ich noch eine Weile laufen, vielleicht gibt das einen schönen Zeitraffer-Abspann Hintergrund.

Abenddämmerung mit Venus in Cap d'en Font am 12.08.2026 21:08 MESZ

Bis in die Dunkelheit dauert es, doch dann ist alles eingepackt. Ich trage meinen Koffer wieder in beiden Armen und Bettina leuchtet mir mit einer Taschenlampe den Weg zum Auto. Am Haus angekommen geht es nach dem Entladen Duschen, Essen und natürlich zur Sichtung der ersten Bilder, doch am Abend stehen die Perseiden an. Ich baue meine EOS R5 mit 16mm Weitwinkel für eine bis in den Morgen angesetzte Zeitrafferaufnahme auf der Dachterrasse auf und bin dann irgendwann nach Mitternacht im Bett.

Donnerstag, 13. August 2026

Der Tag nach der Sonnenfinsternis steht ganz im Zeichen der Eclipse-Erinnerungen, dem Austausch und für mich die Bearbeitung von Bildern, bei bis zu 37° auf der Terrasse.

37° in Binisafua Playa

Ich sitze mit meinem Laptop am Ventilator im Wohnzimmer. Vor dem Essen bekomme ich noch mein 400mm-Sonnenfinsternisvdideo auf Youtube, Instragram und Facebook online, das erste mit dem neuen eclipseland Logo. Abends essen wir im Lokal „Monalisa“, und dann geht es wieder zum Sternenhimmel auf die Dachterrasse, wir alle vier. Ich starte wieder eine Zeitrafferaufnahme, diesmal Richtung Südwesten, die bis in den Morgen läuft und die Sterne aufnimmt während wir schlafen.

 

Sternenhimmel mit Venus über Binisafua Playa am Abend des 13.08.2026

Freitag, 14. August 2026

Bis auf die GoPro Aufnahmen habe ich die Bilder grob gesichtet und eine erste Auswahl getroffen. Vor dem Frühstück baue ich auf der Dachterrasse die Kamera ab und hole das Verlängerungskabel nach unten.

Später am Vormittag geht es nochmal mit Bettina und Werner am nahen Strand schwimmen, das Wasser ist warm, es könnten schon 30° sein. Viel wärmer dürfte es nicht sein, um beim Schwimmen nicht ins Schwitzen zu kommen.

Das finale Packen des Koffers beginnt, aber recht schnell ist das Equipment verstaut, das nicht mehr auf dieser Reise zum Einsatz kommt.

Aber nach dem Abschieds-Abendessen im Restaurante Opera sind wir noch einmal auf der Dachterrasse. Heute ist der Mond über der Küste zu sehen. Zwischen Palmen geht er in horizontnahen Cirren unter. Auf dem spanischen Festland gibt es heute deutlich mehr Bewölkung als am Eclipse-Tag.

(Bild folgt)

Mond und Venus über der Küste von Menorca

Mondsichel über der Küste von Menorca

Nach dem Untergang der Sonnensichel nun noch der Untergang der Mondsichel, ein schöner Abschluss dieser ortsgebundenen, schweißtreibenden und wie immer spannenden Eclipse-Reise.

Ich denke, diese Eclipse hat mir einige Erfahrungen gebracht, die ich für die Planung für August 2027 nutzen kann, was die Straßen- und Verkehrssituation in Spanien angeht.

Samstag, 15. August 2026

Tag des Abflugs. Auf der Dachterrasse mache ich noch ein paar morgendliche Fotos und Bilder für Zeitvergleiche. Aus einer Fotosammlung von Margit Gernandt, Werners Mutter, fotografiere ich Bilder ab, und aus den gleichen Blickwinkeln, so auch den Blick aus der Küche, dort wo Margits Spruch fiel, der uns aus dem Jahr 2003 in Erinnerung ist: „Spülen mit Meerblick“.

Abschiedsfoto von Menorca auf der Dachterasse

Nach dem Frühstück sind die restlichen Dinge zügig zusammengepackt, Bettina fährt uns zum Flughafen, und kurz nach 14 Uhr geht es los. Bettina und Werner wollen uns von der Dachterrasse zuwinken, doch – ich habe extra einen Fensterplatz auf der linken Seite gebucht – der Winkel ist zu steil um sie zu sehen. Wir sind bereits zu hoch und sehen erst nach einer Linkskurve weit draußen auf dem Meer zurück nach Binisafua Playa und Cap d’en Font.

Südküste von Menorca mit Cap d’en Font

Das Video, das ich von Bettina nach unserer Landung erhalte, zeigt das Flugzeug gefühlt fast im Zenit, dann fliegt es an der Sonne vorbei in die Ferne. Die erste Aufnahme eines Flugzeuges, die ich sehe, von dem ich weiß, dass ich darin gesessen hatte.

Am Kofferband des Flughafens treffen unerwarteterweise Alexander Birkner und Wolfang Ott mit seiner Familie zu uns. Eine freudige Begrüßung, doch der Austausch über unsere Erfahrungen und Pläne muss kurz bleiben, denn wir werden von einer Freundin abgeholt, die uns direkt vor unsere Haustür fährt. Sieht die Welt in den Nachrichten um uns herum doch so zum Verzweifeln aus, die Erfahrungen mit Freunden und Bekannten zeichnen ein ganz anderes, positives Bild.

Dazu gehört auch die fotografische Unterstützung die ich aus Dreieich erfahren habe. Ursprünglich hatte ich darüber nachgedacht, zur Dokumentation der Sonnenfinsternis in Dreieich eine vorprogrammierte oder ferngesteuerte Kamera einzusetzten, aber keine Technik geht über einen guten Freundeskreis.

Die partielle Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 in Dreieich

Die Dokumentation der partiellen Sonnenfinsternis in Dreieich mit maximal 88,2% Verfinsterung wurde fotografisch festgehalten von Bettina Katscher und Uwe Müller, beide in Dreieich-Götzenhain. 

Verlauf der partiellen Sonnenfinsternis in Dreieich am 12.08.2026, festgehalten von Bettina Katscher "Im Höchsten" in Dreieich-Götzenhain

Beobachtungssituation in Dreieich-Götzenhain an der Verlängerung der Straße "Vor der Pforte", festgehalten von Uwe Müller

Untergang der partiellen Sonnenfinsternis in Dreieich am 12.08.2026, festgehalten von Uwe Müller am nördlichen Ortsausgang von Dreieich-Götzenhain (Weg der Verlängerung der Straße "Vor der Pforte")

Stephan Heinsius 08.-15.08.2026. Ergänzung von Bildern bis 15.-16.08.2026. Bilder vom 15.08.2026 und Abschnitt über die Sonnenfinsternis in Dreieich hinzugenomen am 04.09.2026

Hinweis: Die hier gezeigten Bilder sind teilweise Ausschnitte aus den Originalen. Daher kann die Größe der Eclipse bei verschiedenen Bildern mit gleicher Brennweitenangabe abweichen. 

 

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