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Reif für den Halbschatten

Erlebnisbereicht von der totalen Halbschattenfinsternis am 11. Febraur 2017 in Dreieich-Götzenhain

Die totale Halbschattenfinsternis in der Nacht vom 10. auf den 11. Febraur 2017 startet bei etwas diesigem aber weitgehend klarem Himmel in einer wieder frostigen Februarnacht über Dreieich-Götzenhain. Noch schnell die Uhr an meiner Canon EOS600D mit Funkuhrfotos dokumentiert und neu eingestellt geht es gleich los mit den ersten Fotos vor Beginn der Verfinsternung. Der Mond ist so voll, dass man an seinen Rändern keine Schatten mehr erkennt.

Februarvollmond am 10.02.2017 23:22 MEZ

Dafür sollen ab 23:34 MEZ die ersten Bereiche des Mondes in den Genuss einer partiellen Sonnenfinsternis durch die Erde kommen, bis zum Maximum der Finsternis um 01:44 MEZ der komplette Mond in den Halbschatten der Erde eingetaucht sein soll, überall dort findet dann eine partielle Sonnenfinsternis statt.

Gegen Mitternacht ziehen ein paar kleine harmlose Wölkchen um den Mond herum, ansonsten ist der Blick zum Mond klar.

Etwa gegen 0:20 MEZ stehen im Westen bis auf etwa 20 Grad Höhe dichtere Wolken, es könnte knapp werden mit der "totalen" Phase. Bevor der Mond noch einmal in ein großes wolkenfreies Feld kommt ziehen ein paar dünne Wolken über ihm vorbei und geben schöne Stimmungen ab.

Mond in dünnen Wolkenfeldern am 11.02.1017 um 00:13 MEZ

Mond in dünnen Wolkenfeldern um 00:13 MEZ

Die Abschattung wird auf digitalen Bildern sichtbar (links oben), 00:19 MEZ

Die Halbschattenfinsternis ist auf digitalen Fotos sichtbar, um 0:28 MEZ auch mit bloßem Auge gut zu erkennen. Die Wolken im Westen bleiben dem Mond fern und kommen nicht über ca. 25 Grad hoch, ein paar winzige Wolken am Mond verraten die südliche Strömung, im Süden gibt es Wolken bis etwa 10 Grad Höhe, vielleicht bleibt es noch bis zum Maximum in etwa einer Stunde um den Mond herum gut.

Die Wolken halten sich weiter fern, ein Käuzchen ist immer wieder in der Ferne zu hören (erinnert mich an die Halbschattenfinsternis vom 20.11.2002), und trägt zur leicht gespenstischen Eclipse-Stimmung bei. Es friert und Reif hat sich auf dem Terrassengeländer und auf den Dächern der Häuser gebildet. Aber der Mond glänzt in seiner Verfinsterung, auf dem Kameradisplay teilweise sogar in leicht grünlich beigen Tönen im verdunkelten Gebiet. Kurz vor dem Maximum noch die sozialen Netzwerke mit einem Status Update bedient und dann um 01:44 MEZ Bilder zum Maximum durch das Walimex bei 650mm gemacht. Ein paar Weitwinkelaufnahmen zeigen die Wolkensituation.

 

Halbschattenfinsternis um 01:25 MEZ

Wolkensituation um 01:29 MEZ

Totale Halbschattenfinsternis des Mondes zum Maximum um 01:44 MEZ

Halbschattenfinsternis um 02:04 MEZ

Einige Minuten nach dem Maximum zieht ein dünnes Wolkenfeld auf, scheinbar tiefer als die vorherigen Wolken, nun aus südöstlicher Richtung. Es scheint kälter zu werden. Wie gut, dass Schreibtisch und PC nur wenige Meter vom eisigen Beobachtungsort entfernt sind. Einige Minuten nach 2 Uhr sind unmerklich breite Wolkenmassen herangezogen. Auf dem Kameradisplay sind Zugrichtungen aus Süden und Südosten erkennbar.

Wolken ziehen um den Mond herum auf, 2:07 MEZ

Der noch verfinsterte Mond verschwindet hinter immer dichter werdenden Wolken, 2:08 MEZ

Wolkensituation um 2:12 MEZ

Der Mond verschwindet in den stillen brausenden Wolken, es verblasst die Finsternis zusammen mit ihrem Träger hinter den irdischen Wolken. Um 2:12 MEZ steht noch der Jupiter im Südosten gerade neben der Wolkengrenze, bis er um 02:14 MEZ auch verschwindet. Ein schönes Erlebnis mit einem guten Stück Beobachtungsglück geht zu Ende, im Internet ist sogar von Schneefall in Bonn die Rede, und der liegt hier nun um 02:42 MEZ auch schon ein wenig in der Luft, als ich meine Beobachtungsinstrumente nach drinnen hole.

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